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#Ich auch

Gepostet von am Nov 15, 2017 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Gebannt verfolge ich seit Tagen das Medienecho auf die #me too Kampagne. Bei vielen Tweets fühle ich mich an meine eigene Jungend erinnert als ein mir völlig fremder Mann in einer Machtposition mir einen Finger in den Arsch geschoben hat, ohne dass ich etwas dagegen hätte unternehmen können. Das entwürdigende Ritual nannte sich damals „Musterung“ und entschied darüber, ob man 18 Monate bei der Bundeswehr schikaniert werden durfte oder daheimbleiben musste. Wenn ich dagegen lese, „er fasste mehrfach an mein Bein“ und der Minister darauf zurücktreten muss erscheint vor meinem inneren Auge nichts als ein großes Fragezeichen.

Wer jetzt denkt ich verteidige sexuelle Übergriffe der liegt völlig falsch. Ich denke lediglich über die Definition von „sexuellen Übergriffen“ nach. Gesellschaften verändern sich, das gilt für unsere in diesen Tagen ganz besonders. Ich habe immer das Gefühl das Hollywood deshalb so viele Remakes dreht, damit sie ihre Geschichten ohne die Darstellung von nackten Brüsten und Zigarette rauchenden Schauspielern noch einmal Zeitgeistkonform erzählen können. Aber Conan ohne die ganzen Nackten ist ein Film ohne Handlung und ohne Höhepunkte. Wer will so etwas sehen?

Das Pendel der sexuellen Befreiung bewegt sich seit den Achtzigern in die andere Richtung, trotz aller Pornowebseiten und Swingerclubs. Wer sexuelle Ausschweifungen will, der kann sie haben, aber darüber reden ist jetzt offiziell tabu. Das ist jedoch nichts neues, alle Gesellschaften in der jüngeren Vergangenheit haben immer zwischen prüden und lockeren Phasen der Sexualität geschwankt. Aber das ist bei der ganzen Diskussion auch nicht der Punkt.

Was ich in der ganzen Debatte vermisse ist eine vernünftige Diskussion darüber was „Sexuelle Übergriffe“ eigentlich sind. Denn es geht hier nicht um Sex, sondern um Macht. Die Macht zu haben über einen anderen Menschen zu bestimmen ist der Kern aller Übergriffe. Die Täter sprechen den Opfern die Selbstbestimmung ab und übernehmen die Kontrolle. Etwas was genau in die Zeit passt. Überall werden „starke Männer“ an die Spitzen der Politik gewählt. Das diese in ihrer Allmacht die Selbstbestimmung ihrer „Untertanen“ gerne mit Füssen treten, ist dabei Programm. Minderheiten werden diskriminiert und „das Volk“ klatscht Beifall. Kindlicher Egoismus als Wahlprogramm, ich darf meine Förmchen zuerst haben! Aber klar doch. Das dabei gerne auch andere Grenzen missachtet werden wissen wir spätestens seit dem US Wahlkampf. „I grab them by the pussy“ und werde trotzdem gewählt. Und jetzt „#me too?

Wie soll die Gesellschaft den Spagat schaffen solchen Tätern zuzujubeln und sie zu wählen, aber gleichzeitig hohe moralische Ansprüche an sich selbst zu stellen? Das kann nicht funktionieren. Bei gleichzeitiger zunehmender Kriminalisierung von Sexuellen Anbahnungsversuchen schaffen wir hier eine Doppelmoral auf höchster Ebene. Seit der Gesetzesnovelle von 2016 gilt:

 „Strafbar macht sich jetzt, wer eine Körperberührung vornimmt, die nach ihrem äußeren Erscheinungsbild eine sexuelle Konnotation aufweist und dadurch die Person belästigt. 

Wieder ist es reine Auslegungsfrage, was „sexuell bestimmt“ heißen soll? Die Gesetzesbegründung führt aus: „Die körperliche Berührung erfolgt in sexuell bestimmter Weise, wenn sie sexuell motiviert ist.“ In Betracht sollen kommen aufgedrängte Küsse auf die Wange, Berührungen der primären oder sekundären Geschlechtsmerkmale, Umarmungen oder auch ein Klaps auf den Po. „ (Quelle: anwalt.de)

Meine Tanten und Onkel machen sich also grundsätzlich strafbar, wenn meine Kinder bei Ihnen sind. Denn denen sind die Umarmungen und Küsschen meist auch unangenehm. Es ist wie immer, wenn der Staat meint, er müsste in die Privatsphäre der Bürger hineinregieren. Alles was dabei herauskommt sind Verunsicherung und Kriminalisierung banaler Alltagshandlungen.

Deshalb führt die Diskussion völlig am Thema vorbei. Natürlich ist ein Filmproduzent mit „Besetzungs- Couch“ ein Schwein der seine Machtposition ausnutzt. Aber die Gesellschaft sollte sich ernsthafte Gedanken machen, in wie weit die Selbstbestimmung geschützt werden kann ohne Tanten und Onkel zu Kriminalisieren. Doch das wird nicht geschehen, denn Arbeitgeber und Politiker setzten alles daran uns immer weiter zu entmündigen und zu kontrollieren. Die sexuelle Selbstbestimmung ist dabei nur ein kleiner Kollateralschaden.

Das mag zynisch klingen ist aber der Punkt auf den es ankommt. Die Arbeitnehmer von heute, die „human ressources“ haben doch schon lange ihre Selbstbestimmun an der Bürotür abgegeben. Sie werden mit Keyloggern überwacht, von Kameras kontrolliert, wegen 15 Cent entlassen, haben teils merkwürdige Dresscodes zu beachten und bekommen dann Geld welches auf Banken transferiert wird deren Konten längst ein offenes Buch für den Staat sind. Auf dem Weg zur Arbeit lauern mannigfaltige Kontrollen, Kameras, Blitzer, es werden Bewegungsprofile angelegt und Krankendaten ausgewertet. Selbstbestimmung? Wo denn noch? Die letzte Bastion, was man in der Mittagspause isst wird auch bald reglementiert werden, weil wir ja alle so ungesund essen. In diesem Umfeld ist völlig klar, dass wir alle sowieso nicht wissen was wir wollen, gelenkt und kontrolliert werden müssen und niemand mehr „Nein“ sagen kann. Kinder lernen schon früh, dass sie in der Schule nur dann Erfolg haben, wenn sie angepasste Jasager werden. Und schon wächst eine neue Opfergeneration heran. Die wird dann wieder Twittern, #Me too

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Update

Gepostet von am Okt 25, 2017 in Allgemein, Editorial, Unser Blog | Keine Kommentare

Bin ich ein schlechter Blogger? Es ist allgemeiner Konsens, dass Blogs die nicht regelmäßig aktualisiert werden Ihre Leser verlieren. Ich bin hingegen der Meinung, dass man seine Leser nicht mit Wiederholungen langweilen sollte. Warum auch? Es ist nichts passiert was ich nicht bereits in früheren Blogs erwähnt oder vorhergesagt habe. Den Wahlausgang in Deutschland und dessen Ursachen habe ich in „Das abgehängte Drittel“ bereits im April vorhergesagt. Außerdem ändert sich durch Wahlen sowieso nichts. Die Grundlegenden Webfehler des Systems werden vom System nie beseitigt, das ist wie Krebs beim Menschen. Auch wenn er ihn umbringt, so ist das Immun System dennoch blind gegen die Krankheit. In unserer Gesellschaft sind die Schwachen diesem Prinzip hilflos ausgeliefert. Solange die Mehrheit von 59% mit Ihrem Kontostand zufrieden ist, solange wird das System nicht ernsthaft in Frage gestellt. Also wird Jamaika kommen und es wird sich auch in der nächsten Wahlperiode nichts ändern. Das Gesundheitssystem wird weiter unmenschlich kommerzialisiert werden, die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Das wird so lange weiter gehen bis die Anzahl der Zufriedenen unter die 50% fällt.

Aber was dann? Derzeit sucht die Welt nach Alternativen. Aber weder Theresa May, noch Donald Trump haben bisher eine gute Figur bei ihren Schein- Auswegen gemacht. Ups, wir haben tatsächlich einmal völkerrechtlich verbindliche Verträge abgeschlossen? Darin steht tatsächlich wir müssen mitmachen oder zahlen (May)? Es gibt tatsächlich eine Verfassung die Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe oder Religion verbietet? (Trump) Vor allem, was wird durch solchen Bullshit besser? Natürlich nichts und das wird ganz klar das Ergebnis sein. Dennoch sind die Anhänger der Populisten meist zufrieden. Endlich ist mal einer an der Macht der das sagt was sie denken. Das ist menschlich. Nichts ist falscher als der Satz „Ich glaube nur was ich sehe!“ denn wir funktionieren in Wirklichkeit genau andersherum. Wir sehen nur was wir glauben und das ist dabei das Problem. Die Nachrichtenblasen bei Facebook funktionieren genauso wie die meisten Menschen. Sie suchen sich aus der Weltweiten Informationsflut die Nachrichten heraus, die Ihr Weltbild bestätigen und lassen den Rest links liegen. Wenn dann ein amerikanischer Präsident darüber schwadroniert, dass er die erfolgreichsten 100 ersten Tage aller Zeiten absolviert hat, gibt es tatsächlich Menschen, die das außer ihm selber glauben.

Das es auch anders geht sieht man zurzeit im Irak. Kampferprobte Kurdische Truppen ziehen sich kampflos zurück als sich Truppen der schwachen Zentralregierung in Bagdad nähern. Wer immer das entschieden hat ist ein gewiefter Taktiker, der damit erfolgreich verhindert hat den Westen, der die Peschmerga massiv gegen den IS unterstützt hat, gegen sich aufzubringen. Fakt ist, das die Völkergemeinschaft nichts mehr fürchtet als die Infragestellung der Nationalstaaten, egal wie willkürlich dessen Grenzen nach irgendeinem Krieg gezogen worden sind. Faktisch haben die Kurden schon lange etwas erreicht, von dem sie seit Jahrhunderten geträumt haben, ein eigenes Staatsgebiet in dem keine Zentralregierung etwas zu melden hat. Diesen Status Quo zu erhalten hat oberste Priorität, auch wenn sie dabei wichtige Ölquellen aufgeben mussten. Zumindest im Irak ist es an der Zeit die Nachkriegsordnung zu errichten und irgendwann wird das auch in Syrien der Fall sein. Da ist es für die Kurden deutlich wichtiger als der vom Westen geschätzte Sieger über den IS am Tisch zu sitzen, als ein paar Ölquellen zu halten. Das wird den Türken zwar nicht gefallen, aber grade in Zeiten in dem der Präsident dort eine de facto Diktatur errichtet, ist die Gelegenheit günstig. So wenig Rückhalt in der freien Welt hatte das Land seit den Osmanen nicht mehr und die Kurden wissen das.

Ob der einzige Dicke in Nord-Korea auch soweit denken kann erscheint da ehr unwahrscheinlich. Wenn sein Land nicht direkt an China grenzen würde, dann wären die Marschflugkörper der Amerikaner schon längst gestartet. Aber es wird trotzdem eng für das Regime. Denn hinter den Kulissen scheinen sich jetzt alle einig zu sein, dass es so nicht weitergehen kann. China stoppt als letztes Land der Welt den Handel mit seinem Nachbarn. Warum kann man sich einfach vorstellen, entweder Marschflugkörper oder sie stoppen die Lieferungen. Chinas Regime hat sich in der Vergangenheit immer sehr pragmatisch verhalten. Das tun sie wieder, denn ihr Nachbar ist längst zum Ärgernis verkommen, Sozialistischer Bruderstaat hin oder her. Ein Krieg in der Region ist schlecht fürs Geschäft und die Vorteile die sich aus der Unterstützung des Regimes ergeben sind längst geringer als die Nachteile. Da bleibt nur zu hoffen das der beleibte Diktator nicht glaubt, es sei besser in einem heldenhaften Krieg zu sterben als sein Land zusammenbrechen zu sehen. Durch das Einlenken Chinas ist die Gefahr eines Angriffs auf Nord-Korea erst einmal geringer geworden, aber die Gefahr die von dort ausgeht deutlich gestiegen.

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Das abgehängte Drittel

Gepostet von am Apr 28, 2017 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

England, USA, Türkei und auch bei den Französichen Präsidentschaftswahlen,  wohin man auch sieht fühlt sich der geschichtlich Interessierte an Weimar erinnert. Auch die NSDAP hatte damals nur knapp 1/3 der Stimmen der Bevölkerung hinter sich, was völlig ausreichend für die größte Katastrophe der Neuzeit war. Doch die Parallelen sind unübersehbar. Erst wird demokratisch darüber abgestimmt das System zu verändern, dann ist die Demokratie abgeschafft und eine Autokratie wird errichtet.
Doch was bringt Menschen dazu für die Abschaffung ihrer Rechte zu stimmen? Was glauben die Bürger dadurch zu gewinnen, indem sie Politiker wählen die offen dafür plädieren den Rechtsstaat zu beschneiden und offen Lobbygesetzte für bestimmte Eliten zu propagieren?
Ein auffälliger Zusammenhang ist meines Erachtens die Entwickelung des Wohlstands und die dazugehörigen Wahlergebnisse. In nahezu allen Wirtschaftsliberalen, Kapitalistisch organisierten Ländern wird der Anteil der Abgehängten kontinuierlich größer. Er nähert sich meist der 33% Marke die in diesem Zusammenhang beachtenswert ist. Denn wenn wir einmal die nackten Zahlen betrachten ist es ja nicht so das 51,4 % ALLER Türken für Erdogans Alleinherrschaft gestimmt haben, sondern bei einer Wahlbeteiligung von 86,5% waren es grade einmal 44,46%. Noch viel deutlicher wird diese Diskrepanz bei den Präsidentschaftswahlen in den USA. Dort lag die Wahlbeteiligung bei grade einmal 59,1 % die tatsächliche Zustimmung zu Trump bei 26,4% aller Wahlberechtigten.
Diese Liste lässt sich fortsetzten und macht das Problem deutlich. Wenn zwischen 26% und 44% der Bevölkerung ausreichen um einen Populisten mit unabwägbaren Risiken für den Frieden und die persönliche Freiheit des Einzelnen an die Macht zu bringen, dann ist die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich automatisch auch das Ende der Demokratien wie wir sie bisher kannten.

Warum dem so ist das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Die paradiesischen Zustände die diese „Führer“ ihren Wählern versprochen haben werden niemals eintreten. Wer den Tourismus quasi abgeschafft hat und Investoren verprellt wie Erdogan, aufrüsten will und gleichzeitig die Steuern senkt wie Trump, Strafzölle gegen den Freihandel und Protektionismus einführen will wie Trump und May, der wird den Wohlstand seiner Bürger garantiert nicht mehren, sondern die Verhältnisse deutlich verschlechtern. Der Blick auf die Geschichte macht einem dann gleich wieder Angst, denn was haben alle Despoten bei denen es wirtschaftlich nicht rund lief in der Vergangenheit getan? Genau, sie haben einen „großen Vaterländischen Krieg“ angezettelt oder Minderheiten diffamiert, ausgegrenzt und ermordet.

Der Blick auf die Nachrichtenlage lässt diese Lösung durchaus in den Bereich des Möglichen rücken. Wäre ich Kurde, oder Koreaner hätte ich jetzt durchaus Angst. Aber auch in unserem schlaffen, wirtschaftlich einigermaßen stabilen Land ist die Gefahr dadurch deutlich gewachsen in Konflikte hineingezogen zu werden. Als Teil der NATO haben wir mit diesen Ländern Bündnisverträge, was sich hoffentlich nicht rächen wird.

Diese Sichtweise mag pessimistisch erscheinen, aber ich bin mir nahezu sicher das auch bei uns das System auf Dauer keine Kraft hat diesen Tendenzen zu wiederstehen. Eine kleinlaute Kanzlerin die amtsmüde kaum Reaktionen zeigt, angesichts haarsträubender Provokationen dieser Herrscher und eine Lobby gesteuerte Politik die nur den Profit der ehedem schon Reichen im Sinn hat, werden kaum in der Lage sein eine echte Wende einzuleiten. Früher oder später werden auch wir die 33% Abgehängten erreichen, die nichts zu verlieren haben und daher ihrem Popolisten glauben werden, der ihnen gebratene Tauben verspricht.

Wenn wir das wirklich verhindern wollen dann hilft nur eine massive Investition in Chancengleichheit. Nur wenn wir endlich klarstellen das Grundbedürfnisse wie Wasser, Gesundheitswesen, Altersversorgung und Bildung keine Frage des Einkommens sein dürfen und dort profitorientierte Unternehmen keine Rolle spielen dürfen, dann haben wir eine Change dieser Spirale zu entgehen. Wenn Unternehmen wieder einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten und wir etwas Steuergerechtigkeit zurückerlangen, könnte es sein, dass die Menschen wieder das Gefühl haben in einem Land zu leben, das sich um seine Bürger sorgt, statt sie nur auszunehmen.

Doch wo ist die politische und gesellschaftliche Strömung die das fordert? Bestimmt nicht in der AFD, die den Sozialdarwinismus zum Parteiprogramm erklärt hat. Und die Regierenden? Die kümmern sich lieber um die Autobahnmaut als darum, dass unser Gesundheitssystem mittlerweile im selben Zustand ist wie die Autobahnbrücken.

Die Welt befindet sich mitten in einer Zeitenwende, so wie Ende der Achtziger der Kommunismus am Ende war, ist jetzt die Zeit des Wirtschaftsliberalismus und des globalen Haifischkapitalismus vorbei. Die einzige Frage die bleibt ist, können sich die bestehenden Systeme reformieren oder sorgt der Krieg für einen Wandel?

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Konservativ

Gepostet von am Mrz 5, 2017 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Es ist überaus schwierig derzeit etwas Sinnvolles zu bloggen. Wie sie bestimmt gemerkt haben liebe Leser, war ich eine Zeitlang sprachlos. Das liegt daran, dass ich gebannt betrachte, was sich in den Angelsächsischen Staaten abspielt. England schwankt hin und her zwischen positiver Aufbruchsstimmung und Auflösung Groß- Britanniens durch den Brexit. Und wie ich es prophezeit habe, tobt in Amerika der Kampf zwischen den Strukturen und der Trump Fraktion, Ausgang ungewiss.

Für den Kontinentaleuropäer sind die Vorgänge weder Zusammenhängend, noch verständlich. Das liegt jedoch an grundlegenden Definitionsunterschieden auf den jeweiligen Kontinenten. Die Konservativen sind auf dem Vormarsch. Ungarn, Polen, England, USA, ein Land nach dem Anderen wird von ihnen „erobert“. Warum ist das so und warum verstehen wir das Phänomen Trump überhaupt nicht? Wikipedia ist da hilfreich, wenn man das Wort „Konservatismus“ nachschlägt. Der Punkt auf den es ankommt find der geneigte Leser unter:

„Angelsächsischer Konservatismus

Historisch lassen sich bezüglich der kontinentaleuropäischen und anglo-amerikanischen Ausrichtung des Konservatismus zwei Hauptströmungen bestimmen, die sich an der jeweiligen Bewertung von Staat und Individuum unterscheiden lassen:

   – Im kontinentaleuropäischen Konservatismus nahm der Bezug auf den Staat eine relativ starke Funktion ein, an der sich konservatives Ordnungsdenken ausrichtete. Der Staat galt als der „natürliche“ Ort politischer Macht und Entscheidung und hatte auch soziale Verantwortung zu übernehmen.

  –  Im angloamerikanischen Konservatismus spielt dagegen das Individuum eine zentrale, positiv bewertete Rolle, dass durch nationale Identität und nationale Symbole durch den Ausdruck gemeinsamer Werte und Ziele bestärkt werden soll. Dagegen wird der Staat negativ als die Verkörperung anonymer Macht und Unfreiheit bewertet. Sicherheit sei hier das Resultat individueller Stärke und Durchsetzungsvermögens; individuelle Verantwortung und privatwirtschaftliche Prinzipien werden positiv mit dem Konservatismus Verbunden „

Wir betrachten also grade Konservatismus wie aus dem Lehrbuch. England holt den Staat als „natürlichen Ort politischer Macht und Entscheidung“ zurück. Brexit um den Einfluss der EU auf die Gesetzgebung in England zurückzudrängen. England den Engländern Ausländer raus, oder so ähnlich wird gerufen, aber es geht den Architekten des Berxits wohl in erster Linie darum, die eigene Staatsmacht wiederherzustellen.

Amerika macht das Gleiche, jedoch nach seiner Definition. „Dagegen wird der Staat negativ als die Verkörperung anonymer Macht und Unfreiheit bewertet.“ Oder frei nach Trump, „er wird die Strukturen zerschlagen“.

Mir persönlich gruselt es bei beiden Denkansätzen. Weder ein allmächtiger Staat, noch ein quasi nicht existenter Staat sind für den Bürger wirklich wünschenswert. Die Kommunisten und die Nazis haben uns überdeutlich gezeigt, warum Staaten möglichst nicht zu viel Macht und Kontrolle haben sollten. Sie „regieren“ dann in Bereiche hinein, die sie nichts angehen. Statt den Menschen Strukturen und Infrastrukturen zu bieten die Ihr Leben erleichtern, Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und Bildung zu ermöglichen, werden die Menschen gegängelt mit schwachsinnigen Eingriffen in Ihren Alltag. Trumps Wahlsieg ist nicht zuletzt damit zu erklären, dass in den USA der Trend zu „Gängelgesetzten“ noch viel stärker ausgeprägt ist als bei uns. Gurtpflicht, Rauchverbote, drakonische Strafen bei illegaler Müllentsorgung, alles Erfindungen aus Amerika. Dennoch lässt es der gängelnde Staat zu, das öffentliche Schulen verslumen, das Gesundheitssystem nur für Reiche da ist und die Strom Infrastruktur auf dem Stand von 1954 stehen geblieben ist.

Zweimal der gleiche Begriff, Konservatismus, zweimal völlig verschiedene Ausprägungen. Jedoch haben die Wahlsiege der Konservativen die gleiche Ursache. Wenn der Staat gleichzeitig seine Leistungen einschränkt und seine Eingriffe in den Alltag der Bürger verstärkt dann gefährdet er sich selbst. Die Grünen haben das hierzulande bei der letzten Wahl überdeutlich erfahren. Alleine das Aussprechen einer Idee wie den „Veggi-Day“ hat sie ein gutes Drittel Ihrer Wähler gekostet. Von allen Parteien in Deutschland neigen die Grünen sowieso am stärksten dazu „Gängelgesetzte“ einzuführen, die weder funktionieren noch das eigentliche Ziel zu erreichen. Aber keine Partei die in den letzten Jahrzehnten regieren durfte hat das besser gemacht. Die Liste ist auch hierzulande lang genug. „Einwegpfand“, „Mietpreisbremse“, „Riester Rente“, „E10 Benzin“, „Pflegeversicherung“, „Störer Haftung“ und bald wohl auch noch „Autobahn Maut“. Alles Gängelgesetzte die weder funktionieren, noch einen Mehrwert für den Bürger schaffen. Gleichzeitig werden Teile des Gesundheitssystems, der Verkehrs Infrastruktur und sogar die Sicherheitskontrollen am Flughafen privatisiert, was nirgendwo funktioniert.

Alle diese Scheinverbesserungen kosten den Bürger Geld, meistens füllen sich dafür im Hintergrund einige wenige die Taschen und die Leistungen verschlechtern sich permanent. Wen wundert es dann noch, wenn die Trumps dieser Welt, wenn Sie versprechen derartigen Mist zu beenden die Wahlen gewinnen. Nur was dann? Ich glaube, dass es total naiv und sogar gefährlich ist, derartige Experimente zuzulassen. Intoleranz gegenüber anderen Genen, sexueller Orientierungen, Geburtsorten oder Religionen hat noch nie in der Geschichte etwas Gutes hervorgebracht. Aber schon tausendfach Völkermord, Lynch Mob und Krieg. Man braucht nur nach Amerika zu sehen um zu wissen wo der Wind herkommt. Trump hat nicht angekündigt ein nationales Programm zu Verbesserung der Infrastruktur aufzulegen, oder massiv in Bildung zu investieren. Nein, stattdessen soll das Militär noch mehr Geld und neue Atomwaffen bekommen. Ich wage daher vorauszusagen, das die konservativen Experimente scheitern werden und damit das Ende des Kapitalismus wie wir ihn heute kennen einläuten werden. Um das System zu konservieren wäre es nötig Druck aus dem Kessel zu nehmen. Endlich echte Probleme anzugehen und endlich Konzepte vorzulegen, wie unsere alternden Gesellschaften die Krise überwinden kann, die aus der derzeitigen Bevölkerungspyramide entstehen. Es wäre auch durchaus wünschenswert den Paragrafen-Dschungel rund um die sozialen Sicherungssysteme zu lichten und die Steuergerechtigkeit wiederherzustellen. Dazu die Abschaffung von drei, vier sowieso nicht funktionierenden Gängelgesetzten und die Bürger hierzulande wären gegen Demagogen nahezu immun. Ist das wirklich so schwierig? Liebe Regierenden, lest die Definition bei Wikipedia. Da steht beispielsweise: „Die Selbstbezeichnung „konservativ“ orientierte sich ursprünglich an den römischen Begriffen conservator rei publicae und conservator populi (dt.: Erhalter des Staates, Erhalter des Volkes), was als Abwendung einer gefährlichen, zerstörerischen Situation oder Tendenz verstanden wurde.“ Seit Konservativ und wendet euch von den selbstzerstörerischen Tendenzen ab! Eine wünschenswerte Alternative wird es sonst wohl nicht geben.

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Ficken gegen den Terror

Gepostet von am Dez 26, 2016 in Allgemein, Unser Blog | 2 Kommentare

In einer Nachricht von NTV analysiert Solveig Bach die Hintergründe der Tatsache warum besonders viele junge Tunesier Terroristen werden:

„Schon im März 2015 hatte Isabelle Werenfels in einer Analyse für die Stiftung Wissenschaft und Politik von “Perspektivlosigkeit und Unzufriedenheit bei vielen jungen Männern” in Algerien und Tunesien geschrieben. In beiden Ländern ist die Zahl der jungen Menschen extrem hoch, das durchschnittliche Heiratsalter sei vor allem aus ökonomischen Gründen gestiegen, “während das voreheliche Ausleben von Sexualität weiterhin tabu ist”, so die Leiterin der Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika in ihrer Einschätzung.

Die daraus entstehende Frustration münde nicht nur in Versuche, “nach Europa zu fliehen, in Drogenkonsum oder Kleinkriminalität, sondern auch in eine Hinwendung zu extremen religiösen Positionen”. Sowohl Bouhlel als auch Amri hatten ihre Heimat mit dem Ziel Europa verlassen, lebten in Frankreich und Italien, kamen aber auch dort immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt.“

Das ist interessant, denn es deckt sich mit meinen Beobachtungen. Hochzeiten sind in Tunesien eine teure Angelegenheit, tagelang werden hunderte Menschen verköstigt und Unterhalten. Da wundert es nicht, dass sich das der ärmere Teil der Bevölkerung kaum leisten kann. Gleichwohl ist für den weiblichen Teil der Bevölkerung es nach wie vor sehr wichtig diesen Tag als großes Fest zu begehen. Eine Revolution, ohne das die Gesellschaftlichen Normen in Frage gestellt werden, ist nicht Erfolgreich. Ein traditionelles Familienbild konservativer Gesellschaften ist nicht mit einem modernen aufgeklärten und wirtschaftlich erfolgreichen Staat vereinbar. Das zeigt auch unsere eigene Geschichte. In der DDR hat der Staat viel Wert darauf gelegt die Frauen als Teil der Produktivkräfte zu etablieren. Denn wer beschäftigt ist, kommt nicht auf dumme Gedanken. Wenn mit Traditionen gebrochen wird, ist es viel einfacher etwas Neues zu etablieren, auch wenn das bei diesem Beispiel langfristig nicht geklappt hat. In der BRD hatten wir stattdessen die sogenannte „Sexuelle Revolution“, die erst 20 Jahre nach dem Krieg die Strukturen des NS Staates langsam aufgelöst hat.

Ich habe das in meinem Buch „Chris wird wach“ thematisiert. Nur wenn die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigt werden, sind die Konflikte innerhalb einer Gesellschaft lösbar und schaffen eine Basis des langfristigen friedlichen Zusammenlebens. Es ist wirklich so einfach, ein Dach über dem Kopf, etwas leckeres auf dem Herd, befriedigende Sexualität und etwas gegen die Langeweile zu haben genügt eigentlich. Wer etwas zu verlieren hat, wird automatisch Staatstragend.

Die Realität sieht leider anders aus. Wer kein Geld hat kann keines dieser Bedürfnisse befriedigen. Keine Frau geht eine Bindung ein, die keine Zukunft hat. In Tunesien ist Bildung nicht alleine den Männern vorbehalten, die Jungend ist gut ausgebildet und orientiert sich durchaus nach westlichen Vorstellungen und Konsumverhalten. Doch das nützt nichts, wenn daraus keine Basis für eine Zukunft geschaffen werden kann. Wenn keine Aussicht besteht, die vier Grundbedürfnisse in einer Verbindung zu befriedigen, dann werden auch keine Familien gegründet. Gleichzeitig ist der Gesellschaftliche Druck nach wie vor hoch jungfräulich in die Ehe zu gehen und den Normen zu entsprechen. Das wusste die SED Führung besser. Lange Zeit hatte die DDR den Ruf, das Paradies mit willigen Geschlechtspartnern und Partnerinnen zu sein. Wenn es schon kaum Auswege aus der Staatlich verordneten Langeweile gab, dann suchten sich die Menschen wenigstens ihren „Kick“ auf dem Feld der Liebe. So konnte dieser Staat 40 Jahre existieren, obwohl er so schlecht funktioniert wie kaum ein anderer.

Hat uns also der Wilhelminische und Viktorianische Geist der sexuellen Unterdrückung in zwei Weltkriege gestürzt? Ist Amerika mit seiner bigotten und verklemmten Gesellschaft eine Gefahr für den Weltfrieden? Wäre uns der ganze „islamisch“ geprägte Terrorismus erspart geblieben wenn der Prophet geschrieben hätte „Liebet euch, im Körperlichen wie im Geistlichen?“

Vielleicht ist es an der Zeit Gesellschaftliche Regeln zu überprüfen, ob diese noch zeitgemäß sind. Der „Raub der Sabinerinnen“ und Troja sind jetzt lange genug her und Brautraub ist den meisten nicht einmal mehr aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff. Heute entstehen Konflikte nicht mehr daraus, dass wir „Nachtbars Weib begehren“, sondern daraus, dass wir kein Ventil für unsere Begierden finden weil alles eine Frage des Geldes ist.  Wer Geld hat Wohnt schön, kann sich alles Leisten was gegen die Langeweile hilft, isst gesund und hat keine Sorgen bei der Partnerwahl. Das ist Ungerecht und jeder weiß das. Nur wenn wir an dieser Stelle ansetzten und etwas ändern wir diese Welt friedlicher. Egal was auch immer die Populisten uns erzählen wollen.

In diesem Sinne frohe Weihnachten.

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Lügenpresse

Gepostet von am Dez 16, 2016 in Allgemein, Editorial, Unser Blog | Keine Kommentare

Journalismus in der Sinnkriese.  Die ARD in der Kritik, weil sie es unterlassen hat, über die Festnahme eines Mörders zu berichten, der als Flüchtling eingereist war. Die Politik fordert Strafen bei „fake News“ und ein völlig Ahnungsloser Amtsschimmel beglückt Deutschland mit einer erweiterten Linkhaftung. Was haben diese drei Schlagzeilen gemeinsam? Mehr als der geneigte Leser im ersten Moment meinen würde. Denn hier beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Die Oberhoheit über die „Wahrheit“ war schon immer Das Thema der Herrschenden. Wer die Wahrheit definieren darf, ist gleichwohl der Herr über die Moral und den Anstand und hat gleichwohl die Deutungshoheit über die Wirklichkeit übernommen. Diese Deutungshoheit war schon immer etwas, wogegen heftig protestiert wurde und wogegen die Kritiker mit den Mitteln ihrer Zeit vorgegangen sind. Georg Büchner und die Geschwister Scholl druckten Flugblätter, heute wird Gebloggt und Nachrichten in den sozialen Medien online gestellt. Der Unterschied liegt vor allem in der Reichweite. Hatte Büchners „hessischer Landbote“ grade mal eine Auflage um 1000 Exemplare, so haben heute Blogger gerne schon einmal 100.000 Follower. Die Reaktion der Obrigkeit ist hingegen gleich geblieben. Wer gegen die Deutungshoheit der Herrschenden anschreibt wird verfolgt.

Die etablierten Medien geraten so zwangsläufig in eine Zwickmühle. Natürlich müssen sie die Darstellung der „Wahrheit“ gemäß der Regierenden verbreiten, haben dadurch aber einen immer stärkeren „Gegenwind“ durch die Mittel des Internets. Aber wie kann es geschehen, das diese Institutionen derartig in Bedrängnis geraten sind? Guter Journalismus mit vernünftiger Recherche und einer fachmännischen Präsentation sollte doch Freizeit Bloggern haushoch überlegen sein. Die Mehrheit der halbwegs gebildeten Bürger dürfte sich doch nicht scharenweise von ihnen abwenden und sich ihre Informationen lieber woanders suchen.

Wer so denkt, der gehört zu der Generation derer, die in völliger Netz Unkenntnis, sich dennoch Permanent berufen fühlen schwachsinnige  Vorschriften zu erlassen, über die der Internet Affine Mitbürger nicht einmal mehr schmunzeln kann. Was die erweiterte Linkhaftung wirklich bedeutet ist keinem dieser Schreibmaschinen Benutzer wirklich klar. Denn was wirklich im Dschungel von Fake News und Falschmeldungen helfen würde, wäre eine konsequente Quellen Verlinkung. Die meisten Horrorgeschichten in den sozialen Medien lasen sich durch einfaches Eingeben in eine Suchmaschine sofort entlarven. Quellenangaben sind daher das A und O einer glaubwürdigen Berichterstattung. Diese wird jedoch von den existierenden Medien konsequent vermieden, es sei denn es handelt sich um Werbung, dann sprießen die Links nur so aus der Webseite. Nein liebe ARD, nicht die freiwillige Selbstkontrolle des Presserats war euer Problem bei der Berichterstattung über den Mord in Freiburg. Denn was ich da lese ist absolut durchdacht und sinnvoll. Sogar die von der ARD zitierte Ziffer 12;  “DISKRIMINIERUNGEN

Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.

RICHTLINIE 12.1 – BERICHTERSTATTUNG ÜBER STRAFTATEN

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen  oder  Täter  zu  religiösen,  ethnischen  oder  anderen  Minderheiten  nur  dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.”

; macht für mich absolut Sinn. Was passiert wenn man in diesem Zusammenhang nicht vorsichtig ist kennen wir aus dem „Stürmer“. Dennoch ist eine Haltung, was nicht sein darf gibt es nicht, im Internetzeitalter der völlig falsche Weg. Die ARD hätte berichten müssen, wenngleich es keinen Grund gegeben hätte die Nationalität des Verdächtigen vorab mit zu erwähnen.

Aber dass man sich dort lieber dazu entschlossen hat gar nicht zu Berichten zeigt, dass die Verantwortlichen nichts aus den Sylvester Vorfällen in Köln gelernt haben. Natürlich kann ich verstehen  warum diese so gehandelt haben, es ist derselbe Grund, aus dem heraus alle führenden Medien keine Links zur Quelle ihrer Weisheiten setzten. Die Herrschenden bestimmen gestern wie heute was wahr sein darf und die Hofberichterstatter folgen diesen Anweisungen nur zu willig. In dem Journalisten mittlerweile so schlecht bezahlt werden, wie kaum eine andere Berufsgruppe, macht man sich diese „Hofberichterstatter“ durch wirtschaftliche Zwänge gefügig und erlässt andererseits Gesetzte die verhindern, dass der Journalismus nachvollziehbar und transparent wird. Wer bei der Setzung eines Links mit einem Bein im Gefängnis steht, der lässt es eben und nimmt seinen Lesern damit jede Möglichkeit sich ein eigenes Bild von den Nachrichten zu machen. Nur stellt sich die Presse damit in dieselbe Ecke, in der die Hetzer, Lügner und Populisten ihre Nachrichten erfinden.  Also glaubt der geneigte Leser eben erst einmal niemanden mehr und das mit Recht.

Der einzige Selbstschutz den ich als Leser habe, ist selber recherchieren. So schwierig ist es nicht etwas bei Google und Co. einzugeben, oder sich mal ein Impressum einer „Fake News Seite“ anzusehen. Es sei denn die Forscher hätten Recht mit der sogenannten „Nachrichtenblase“,  das wir alle nur noch diese Nachrichten lesen, die unser Weltbild bestätigen. Ich kann daher nur hoffen, dass sich seit Georgs Büchners Zeiten sich etwas geändert hat und der Mensch von heute sich sein eigenes Bild von dem machen kann, was uns  als „Wahrheit“ verkauft wird.

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Die moralische Mehrheit und die Populisten

Gepostet von am Nov 23, 2016 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Die moralische Mehrheit und die Populisten

In den Achtzigern war die „moral majority“ das Feindbild der Punk Bewegung. Bigotte Christen deren Wertesystem als engstirnig und kleinkariert abgetan wurde und dem das Prinzip der Totalverweigerung gegenübergestellt wurde. „Wir sind billig abscheulich aber verdammt nochmal stolz darauf“, war das Motto was der Punks. Was wurde daraus? Zumindest in unseren Breitengraden führte diese Bewegung letztendlich für die Kirchen zum Verlust der Oberhoheit über die Moralität. Heute sind Kirchgänger eine Randgruppe, die Mehrheit der Bevölkerung lebt ohne großen Kontakt zu den Religionen. Aber bedeutet das, dass die moralische Mehrheit dadurch verschwunden ist?

Nein, heute wird sie nur anders definiert. Gutmenschen haben einen minierten CO2  „Fußabdruck“, ernähren sich bewusst und bewachen als „Helikoptereltern“ ihren Nachwuchs. Den sie mit Hybrid Autos in den Waldkindergarten fahren, auf dem Heimweg halten sie beim Bio Bauern, um dann bei ihrem Heilpraktiker etwas Lichttherapie zur Entspannung zu  buchen.

Diese neue moralische Mehrheit starrte entsetzt auf das amerikanische Wahlergebnis und reibt sich die Augen. Wie kann dort etwas passieren was nicht sein darf? Ein Kandidat gewinnt, der sich offen rassistisch und klimafeindlich gibt, der poltert und polarisiert und alles verkörpert was sie ablehnen. Diese selbsternannten Gutmenschen sind dabei der eigentliche Grund für diese Misere, was ihnen in ihrer gutsituierten Arroganz nicht einmal auffällt. Gendersprech,  moralische Zeigefinger, Umweltschutz Vorschriften, diese ganze aufgeblasene Blasiertheit von Menschen die es sich leisten können, sind die „moral majority“ unserer Tage. Heute kommt man nicht mehr in die Hölle wenn man sonntags nicht in die Kirche geht, man zerstört die Welt unser Kinder wenn man nicht Luxus -Konsumiert. Der Wiederspruch dabei wird lässig ausgeblendet. Der heutige Gutmensch kann es sich leisten pseudo „gute“ Produkte zu konsumieren, egal was es kostet. Dabei ist die wichtigste Funktion derartiger Placebos, sich überlegen zu fühlen, wenn man mit seinem sündhaft teuren Plug in Hybrid neben einem 20 Jahre alten Diesel Kleinwagen steht.

Dabei wird nur allzu gerne ausgeblendet, dass der größte Teil der Bevölkerung wirtschaftlich überhaupt nicht dazu in der Lage ist derartigen Schnickschnack mitzumachen. Doch die Politik, bestehend aus Mitgliedern eben dieser moralischen Mehrheit, blendet das völlig aus. Stattdessen entstehen dort ständig neue Gesetzte, die für die wirtschaftlich Schwachen, das Leben noch schwieriger gestaltet.  Aber immer schön mit erhobenen Zeigefinger. Auch DU musst deinen Beitrag leisten um die Welt für unsere Kinder…. Etc. etc. Aber die ständig steigende EEG Umlage, Umweltzonen, immer neue Bauvorschriften treffen besonders die, die sich derartige Vorschriften nicht leisten können.

Gleichzeitig wird es immer schwieriger schwachsinnige Gesetzte zu ignorieren, der Digitalisierung des Lebens sei Dank. Wenn dann noch Diskussionen losgetreten werden ob es moralisch richtig ist Zigeunerschnitzel auf der Speisekarte zu haben ist dann der Trump, sorry der Punkt, erreicht an dem es diesen Menschen reicht. Niemand will sein ganzes Leben lang in die moralische Ecke gestellt werden nur weil er es sich nicht leisten kann ein „Gutmensch“ zu sein.

Es ist also kein Wunder, das das einkommensmäßige letzte Drittel der Bevölkerung sich lieber an polternde Knallköpfe wendet, als an die derzeitig herrschende Klasse. Ein weiter so, mit dem immer gleichen Personal funktioniert dann irgendwann nicht mehr. Das hat Frau Clinton schmerzlich erfahren müssen und ich befürchte, dass auch Frau Merkel dieselbe Erfahrung bevorsteht. Als Gallionsfiguren der moralischen Mehrheit sind solche Politiker für die, deren Altersversorge und Ärztliche- Betreuung immer weiter zerbröselt unwählbar und das zu Recht.

Aber sind Populisten wirklich eine Alternative? Kann eine bekennende Heuschrecke das Leben in Amerika gerechter gestalten und den „kleinen“ Leuten zu mehr Wohlstand verhelfen? Ein Blick in die Länder in denen solche Machthaber bereits regieren ernüchtert sofort. Staaten in den Populisten regieren gibt es zuhauf und nirgendwo geht es den Armen dadurch besser. Aber eines ist allen Populisten gemeinsam. Sie geben den Armen ihrer Länder das Gefühl dennoch Teil der Gesellschaft zu sein. Sei es „die Basis eines großen Landes“,  „Volkes“,  „heiligen Staates“ egal was, Hauptsache besser als jemand anderes. Wir als Deutsche sollten das selbst am besten kennen, das „Tausendjährige Reich“ basierte vor allem auf der Vorstellung, dass die dort lebenden „Arier“ das bessere Volk sei. Genau das passiert heute wieder, unter tätiger Mithilfe der „Gutmenschen“.

Sich für etwas Besseres zu halten impliziert immer, dass jemand anderes schlechter ist. In Amerika sind das derzeit die spanisch sprechende Einwanderer und der Islam, bei Hitler waren es die Juden und die „Slawischen Untermenschen“, bei unseren derzeitigen Hasspredigern sind das die „Fremden“, „Ausländer„ und „Flüchtlinge“. Geschichte wiederholt sich.

Jedoch glaube ich nicht, dass es diesmal in einem großen Krieg münden wird. Die Interessen des Kapitals in einer globalisierten Welt dürften das nicht zulassen. Kriege werden nur noch in Ländern geführt, wo kaum wirtschaftlicher Schaden für die Großkonzerne entsteht. Aber eine andere Gefahr zieht dagegen auf. Was passiert eigentlich wenn nach 8 Jahren Trump sich nichts geändert hat? Schafft er es den Armen das Gefühl zu geben wieder Teil einer „besseren“ Gesellschaft zu sein wahrscheinlich nichts, aber wehe er scheitert daran. Wohin wenden sich die Ausgegrenzten dann?

Das könnte das Ende des Kapitalismus sein, ironischerweise eigeleitet von einer seiner Lichtgestalten.  In meinem Buch „Chris wird wach“ habe ich eine derartige Revolution prophezeit, mündent in einer besseren Alternative. Die technischen Aspekte haben in der Realität bereits das Buch überholt. Der allgegenwärtige „Kommunikator“ im Buch hatte Funktionen, die heute jedes Smartphone beherrscht, selbst die letzte Funktion als mobiles „Herz“ von stationären Computern ist durch Microsofts Kontinuum mittleiweile Realität geworden. Gesellschaften entwickeln sich jedoch langsamer als Technik. Ich bin daher sehr gespannt darauf ob ich die dort prophezeite Revolution erleben werde. Mein Tipp ist, die Chancen stehen höchsten bei 20%  das das nicht passiert.

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