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Die moralische Mehrheit und die Populisten

Gepostet von am Nov 23, 2016 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Die moralische Mehrheit und die Populisten

In den Achtzigern war die „moral majority“ das Feindbild der Punk Bewegung. Bigotte Christen deren Wertesystem als engstirnig und kleinkariert abgetan wurde und dem das Prinzip der Totalverweigerung gegenübergestellt wurde. „Wir sind billig abscheulich aber verdammt nochmal stolz darauf“, war das Motto was der Punks. Was wurde daraus? Zumindest in unseren Breitengraden führte diese Bewegung letztendlich für die Kirchen zum Verlust der Oberhoheit über die Moralität. Heute sind Kirchgänger eine Randgruppe, die Mehrheit der Bevölkerung lebt ohne großen Kontakt zu den Religionen. Aber bedeutet das, dass die moralische Mehrheit dadurch verschwunden ist?

Nein, heute wird sie nur anders definiert. Gutmenschen haben einen minierten CO2  „Fußabdruck“, ernähren sich bewusst und bewachen als „Helikoptereltern“ ihren Nachwuchs. Den sie mit Hybrid Autos in den Waldkindergarten fahren, auf dem Heimweg halten sie beim Bio Bauern, um dann bei ihrem Heilpraktiker etwas Lichttherapie zur Entspannung zu  buchen.

Diese neue moralische Mehrheit starrte entsetzt auf das amerikanische Wahlergebnis und reibt sich die Augen. Wie kann dort etwas passieren was nicht sein darf? Ein Kandidat gewinnt, der sich offen rassistisch und klimafeindlich gibt, der poltert und polarisiert und alles verkörpert was sie ablehnen. Diese selbsternannten Gutmenschen sind dabei der eigentliche Grund für diese Misere, was ihnen in ihrer gutsituierten Arroganz nicht einmal auffällt. Gendersprech,  moralische Zeigefinger, Umweltschutz Vorschriften, diese ganze aufgeblasene Blasiertheit von Menschen die es sich leisten können, sind die „moral majority“ unserer Tage. Heute kommt man nicht mehr in die Hölle wenn man sonntags nicht in die Kirche geht, man zerstört die Welt unser Kinder wenn man nicht Luxus -Konsumiert. Der Wiederspruch dabei wird lässig ausgeblendet. Der heutige Gutmensch kann es sich leisten pseudo „gute“ Produkte zu konsumieren, egal was es kostet. Dabei ist die wichtigste Funktion derartiger Placebos, sich überlegen zu fühlen, wenn man mit seinem sündhaft teuren Plug in Hybrid neben einem 20 Jahre alten Diesel Kleinwagen steht.

Dabei wird nur allzu gerne ausgeblendet, dass der größte Teil der Bevölkerung wirtschaftlich überhaupt nicht dazu in der Lage ist derartigen Schnickschnack mitzumachen. Doch die Politik, bestehend aus Mitgliedern eben dieser moralischen Mehrheit, blendet das völlig aus. Stattdessen entstehen dort ständig neue Gesetzte, die für die wirtschaftlich Schwachen, das Leben noch schwieriger gestaltet.  Aber immer schön mit erhobenen Zeigefinger. Auch DU musst deinen Beitrag leisten um die Welt für unsere Kinder…. Etc. etc. Aber die ständig steigende EEG Umlage, Umweltzonen, immer neue Bauvorschriften treffen besonders die, die sich derartige Vorschriften nicht leisten können.

Gleichzeitig wird es immer schwieriger schwachsinnige Gesetzte zu ignorieren, der Digitalisierung des Lebens sei Dank. Wenn dann noch Diskussionen losgetreten werden ob es moralisch richtig ist Zigeunerschnitzel auf der Speisekarte zu haben ist dann der Trump, sorry der Punkt, erreicht an dem es diesen Menschen reicht. Niemand will sein ganzes Leben lang in die moralische Ecke gestellt werden nur weil er es sich nicht leisten kann ein „Gutmensch“ zu sein.

Es ist also kein Wunder, das das einkommensmäßige letzte Drittel der Bevölkerung sich lieber an polternde Knallköpfe wendet, als an die derzeitig herrschende Klasse. Ein weiter so, mit dem immer gleichen Personal funktioniert dann irgendwann nicht mehr. Das hat Frau Clinton schmerzlich erfahren müssen und ich befürchte, dass auch Frau Merkel dieselbe Erfahrung bevorsteht. Als Gallionsfiguren der moralischen Mehrheit sind solche Politiker für die, deren Altersversorge und Ärztliche- Betreuung immer weiter zerbröselt unwählbar und das zu Recht.

Aber sind Populisten wirklich eine Alternative? Kann eine bekennende Heuschrecke das Leben in Amerika gerechter gestalten und den „kleinen“ Leuten zu mehr Wohlstand verhelfen? Ein Blick in die Länder in denen solche Machthaber bereits regieren ernüchtert sofort. Staaten in den Populisten regieren gibt es zuhauf und nirgendwo geht es den Armen dadurch besser. Aber eines ist allen Populisten gemeinsam. Sie geben den Armen ihrer Länder das Gefühl dennoch Teil der Gesellschaft zu sein. Sei es „die Basis eines großen Landes“,  „Volkes“,  „heiligen Staates“ egal was, Hauptsache besser als jemand anderes. Wir als Deutsche sollten das selbst am besten kennen, das „Tausendjährige Reich“ basierte vor allem auf der Vorstellung, dass die dort lebenden „Arier“ das bessere Volk sei. Genau das passiert heute wieder, unter tätiger Mithilfe der „Gutmenschen“.

Sich für etwas Besseres zu halten impliziert immer, dass jemand anderes schlechter ist. In Amerika sind das derzeit die spanisch sprechende Einwanderer und der Islam, bei Hitler waren es die Juden und die „Slawischen Untermenschen“, bei unseren derzeitigen Hasspredigern sind das die „Fremden“, „Ausländer„ und „Flüchtlinge“. Geschichte wiederholt sich.

Jedoch glaube ich nicht, dass es diesmal in einem großen Krieg münden wird. Die Interessen des Kapitals in einer globalisierten Welt dürften das nicht zulassen. Kriege werden nur noch in Ländern geführt, wo kaum wirtschaftlicher Schaden für die Großkonzerne entsteht. Aber eine andere Gefahr zieht dagegen auf. Was passiert eigentlich wenn nach 8 Jahren Trump sich nichts geändert hat? Schafft er es den Armen das Gefühl zu geben wieder Teil einer „besseren“ Gesellschaft zu sein wahrscheinlich nichts, aber wehe er scheitert daran. Wohin wenden sich die Ausgegrenzten dann?

Das könnte das Ende des Kapitalismus sein, ironischerweise eigeleitet von einer seiner Lichtgestalten.  In meinem Buch „Chris wird wach“ habe ich eine derartige Revolution prophezeit, mündent in einer besseren Alternative. Die technischen Aspekte haben in der Realität bereits das Buch überholt. Der allgegenwärtige „Kommunikator“ im Buch hatte Funktionen, die heute jedes Smartphone beherrscht, selbst die letzte Funktion als mobiles „Herz“ von stationären Computern ist durch Microsofts Kontinuum mittleiweile Realität geworden. Gesellschaften entwickeln sich jedoch langsamer als Technik. Ich bin daher sehr gespannt darauf ob ich die dort prophezeite Revolution erleben werde. Mein Tipp ist, die Chancen stehen höchsten bei 20%  das das nicht passiert.

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Amerika wird wieder groß

Gepostet von am Nov 9, 2016 in Unser Blog | Keine Kommentare

Trump wird der 45. US Präsident. Das wird schwer zu überbieten sein. Wer wird in 8 Jahren antreten? Ronald Mäck Donald gegen Goofy?

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Teufel oder Beelzebub? Oder total egal?

Gepostet von am Nov 5, 2016 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Drei Tage vor der Wahl in der größten „Demokratie“ der Welt. Der Beobachter aus dem fernen Europa staunt. Da stehen zwei Individuen zur Wahl mit denen normalerweise niemand etwas zu tun haben möchte. Der Wahlkampf reduziert sich auf Rhetorik die wir sogar im Kindergarten ablehnen würden und sogar in Amerika sind sich Rechte wie Linke einig, dass es nur darum geht das schlimmere Übel zu verhindern.

Wie konnte es dazu kommen das zwei so polarisierende, unbeliebte und vielleicht auch nicht einmal qualifizierte Kandidaten das Rennen machen? Gab es unter den Millionen Amerikanern niemanden der besser geeignet gewesen wäre? Sicherlich nicht, aber dieser Wahlkrampf zeigt schonungslos wo der Wind herkommt. Ich behaupte schon lange, dass es mittlerweile schon fast völlig egal ist wer gewählt wird, das System hat sich so verselbstständigt, das es nahezu ohne „Regierung“ auskommt.

Betrachten wir einmal die Fakten. Die Industriestaaten mit einer westlichen Demokratie haben alle riesige Haushalte. Milliarden und aber Milliarden Steuereinnahmen, die sie zu den größten „Konsumenten“ der Welt machen. Aber wieviel davon ist in Wahrheit „Verschiebemasse“? Über wie viel freies Haushalts Budget kann ein Präsident denn eigentlich verfügen? Das sind erst einmal die Staatsbedienstete zu bezahlen, die Rentner, das Gesundheitswesen, sofern Staatlich finanziert, das Militär, Zinsen für horrende Staatsschulden, Unterhaltskosten für die Infrastruktur,  Schulen, Energie und Müllentsorgung, Polizei und nicht zuletzt der Politikbetrieb.  Übrig bleibt da normalerweise nur das, wozu der Staat bereit ist neue Schulden aufzunehmen. In der Regel also weniger als nichts.

Wer jetzt glaubt, da bleibe doch noch genug Gestaltungsspielraum, der vergisst tausende von bilateralen Abkommen, Staatsverträge, Bündnisse und Handelsabkommen. Die ganzen CTAS TITIPS und was es von der Sorte noch so alles gibt. Wenn ein Staat nicht zum „Schurkenstaat“ erklärt werden will, sollte er sich an diese Verträge halten. Der gewählte Volksvertreter hat also eigentlich fast nichts mehr zu regulieren. Er hat Konventionen und Verträge zu respektieren, die irgendein Vorgänger abgesegnet hat, kein Geld was er ausgeben könnte und mächtige Lobbygruppen gegen sich, die stets darauf bedacht sind, das keinem auch nur ein Cent weggenommen wird.

Das Ergebnis ist deutlich sichtbar. Obamas „Yes we can!“ wurde schnell zu einem „ No we can´t“. Egal wie sehr er sich anfangs auch bemüht hat, außer einem halbgaren „Gesundheitswesen Reförmchen“ mit dem kaum jemand zufrieden ist, ist ihm fast nichts gelungen. Auch wenn seine Bilanz sich durchaus sehen lassen kann, niedrigere Staatsverschuldung, bessere Wirtschaftsdaten,  hier und da kleine Verbesserungen für den kleinen Mann, wird das doch nicht so gesehen. Denn im Prinzip ist alles wie es war, nur hier und da klebt ein neuer Flicken, der die schlimmsten Auswüchse der US kapitalistischen Systems eindämmt. Aber nicht einmal die Folter und willkürliche Festnahmen des US Militärs hat er stoppen können. Guantanamo ist nach wie vor geöffnet und die Steuer Milliarden für Militär, Rüstungsindustrie und Geheimdienste sprudeln nach wie vor. Die Bevölkerung wird weiterhin bespitzelt und überwacht und die eigenen Behörden verhalten sich nach wie vor rechtswidrig, ohne dabei von irgendjemand aufgehalten zu werden.

Wer nun glaubt, das sei Amerikas Problem, der verkennt, dass wir bei allem ungefähr 7-10 Jahre hinter Amerika liegen. Sei es die Gurtplicht, Anti Raucher Gesetze, Gesundheitstrends oder eben Politische Entwickelungen. Auch bei uns ist die Politik zur reinen Symbolpolitik verkommen. Unsere „Volksvertreter“ haben genau wie Ihre amerikanischen Kollegen eigentlich  fast nichts mehr, worüber sie entscheiden können. Neue Gesetzte sind daher nahezu immer Unsinniger Blödsinn, Autobahnmaut, Mütter Rente, Mietpreisbremse, etc. während Probleme liegenbleiben und Entscheidungen in wichtigen Dingen nicht mehr getroffen werden können. Die Kraken Arme der Lobbyisten ersticken jeden Versuch etwas wirklich zu reformieren, denn dann muss ja irgendjemanden etwas weggenommen werden um es woanders zu verwenden. Doch das würde bedeuten jemanden zu verärgern der Geld und Macht hat. Doch diese Menschen lassen sich so einfach nichts wegnehmen. Versucht es dennoch mal ein Politiker, hat er eine gut geschmierte PR Maschine gegen sich, dann vernichtet er angeblich Arbeitsplätze oder gefährdet den wirtschaftlichen Aufschwung.

Wir werden sehen, ob ich mit dieser Ansicht richtig liege. Auch bei Ronald Reagan haben sich damals schon viele gefragt  ob die Welt jetzt untergeht, aber sie hat sogar George Bush überstanden. Das ist kein Trost für die Opfer seiner Politik im Irak, aber immerhin sind die Atomraketen am Boden geblieben und die meisten Amerikaner haben diese Präsidenten überlebet. Daher bezweifele ich, das selbst ein Donald Trump in der Lage ist wirklich etwas zu ändern. Aber wir werden es herausfinden, denn es  sind ja nur noch drei Tage bis zur Wahl.

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Grenzen

Gepostet von am Okt 16, 2016 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Ein Blog sollte regelmäßig gepflegt werden, sonst laufen einem die Leser davon. Nahrung sollte gesund und fair angebaut sein, Kleidung möglichst nicht von Kindern in Bangladesch genäht werden und als Mann von heute sollte man seine Zeit der Familie widmen.

Wie sie gemerkt haben lieber Leser, gibt es Grenzen. Ich bin nicht jeder Woche eloquent und es passiert auch nicht jede Woche etwas worüber es sich lohnt zu schreiben. Das sich die Sächsische Polizei blamiert ist nicht wirklich überraschend, das Menschen in Syrien sterben leider schon lange Realität und wenn eines von Kim Jongs Penissymbolen am Boden explodiert, dann ist das bestenfalls für die verantwortlichen Ingenieure ein Problem.

Apropos Problem. Geldausgeben kann heutzutage ein Problem sein.  Das fängt im Supermarkt an. Ist Bio wirklich gesünder, oder einfach nur Etikettenschwindel damit wir für das gleiche Produkt mehr bezahlen. Ich bin da skeptisch, denn alles was mir einmal über Lebensmittel beigebracht wurde ist heute Makulatur. Spinat ist doch nicht besonders gut für die Blutbildung, weil der Eisenanteil falsch berechnet wurde. Das Eier schlechtes Cholesterin produzieren, ist genauso wiederlegt, wie künstliche Vitamine als Nahrungsergänzungsmittel. Dafür wissen wir heute, dass Grapefruitsaft mit einer Reihe von Medikamenten zu unerwünschten Wechselwirkungen führen kann und Johanniskrauttee nicht nur beruhigt sondern ebenfalls eine ganze Stoffgruppe von Medikamenten lahmlegt. Pfefferminztee kann zu verminderter Fruchtbarkeit führen und Döner ist nicht ungesünder als Schnitzel mit Pommes und Beilagen Salat. Zum Glück kann ich diesen Unfug vermeiden, denn ich habe immer daran geglaubt, dass es die Dosis macht. Einseitige Ernährung ist immer falsch, aber das gilt eigentlich in allen Lebenslagen. Je weniger Phantasie ich entwickele umso mehr Alternativen schließe ich aus. Damit verringre ich meine Chancen ein Problem zu lösen, oder eine bessere Entscheidung zu treffen. Eingleisigkeit, Routinen und zu faul zu sein über Alternativen Nachzudenken sind immer Ungesund, sei es beim Essen oder in allen anderen Lebenslagen.

Doch manchmal stoße ich beim Einkaufen an meine Grenzen. Ich hasse es Kleidung kaufen zu müssen, denn das ist ausgesprochen schwierig. Die Innenstadt ist zweigeteilt. Billigläden in denen ein Langarmshirt 12 € kostet, oder Luxusmarken bei denen dasselbe Kleidungsstück 129.-€ kostet. Da ich keinerlei Prestige Anspruch an meine Kleidung habe, wäre das 12€ Shirt eigentlich kein Problem, bekäme ich beim Anfassen des Selben keine Gänsehaut und keine Kopfschmerzen vom Geruch. Außerdem kann man wirklich ein Shirt für 12€ anbieten ohne dabei auf Kinderarbeit zurückzugreifen oder unter lebensgefährlichen Bedingungen Produzieren zu lassen? Andererseits garantiert ein Preis von 129€ das es unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde? Da ist dann bei mir auch noch dieser fahle Geschmack im Mund, so viel Geld für ein Stück Oberbekleidung auszugeben. Gibt es nicht eintausend sinnvollere Möglichkeiten Geld auszugeben? Jemand der wie ich viel auf Reisen war und Armut vor Ort erlebt hat, kann eigentlich nicht mit gutem Gewissen einen Monatslohn eines Facharbeiters in einem der armen Länder für ein Shirt ausgeben.

Aber dieser Konflikt ist mittlerweile nahezu unlösbar. Denn außer billiger „Wegwerf“ Mode und überteuertem sogenannten „Marken“ Klamotten ist in den Innenstädten nichts mehr zu finden. Da tut sich eine klare Parallele  zum Lebensmittelmarkt auf. Entweder überteuerte pseudo Bio Produkte oder billig Ramsch. Die Gesellschaft spaltet sich in Billigkonsumenten und “egal was es auch kostet” Luxuskonsumenten. Ich will die Mitte! Gute Qualität zu mittleren Preisen, ohne Schickschnack und Marken Logo. Aber damit gehöre ich anscheinend einer Minderheit an.

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Sunn o ((( oder Phantasie wird belohnt

Gepostet von am Sep 3, 2016 in Allgemein, Editorial, Unser Blog | Keine Kommentare

Sunn o ((( oder Phantasie wird belohnt

Gestern im Schlachthof in Wiesbaden war ich auf einem Konzert, oder ehr Event, der den Rahmen des Üblichen bei weitem gesprengt hat. Etwas wie Sunn o ((( habe ich trotz über 500 bisher besuchter Konzerte noch nicht gesehen. Wer noch nie von den New Yorkern gehört hat, Sunn 0 ((( spielt „Drohne Metall“ etwas was sich wie eine Mischung aus Staubsaugern und startenden Flugzeugen anhört. Allerdings mit deutlich höherem Unterhaltungswert. Die Anmutung einer schwarzen Messe, mit Druidengewändern und permanent arbeitenden Nebelmaschinen, Töne die jedes Härchen am Körper vibrieren lassen und ein Sänger der sich zwischen lateinischen Vorbetern und Südamerikanischen Schreivögeln bewegt ist etwas, das mehr als nur etwas ungewöhnlich ist. Aber noch erstaunlicher als die Musik war für mich, dass die Halle sehr gut besucht war und ein sehr ungewöhnliches Publikum angezogen hat. Der typische Metallfan mit langen, grauen Locken und imposanten Bierbauch unter dem Iron Maiden T-Shirt fehlte. Dafür waren sehr viele, sehr hübsche Frauen anwesend. Die Grundfarbe war natürlich schwarz, aber bunt gemischt. Das Ganze hatte ein wenig von einer Vernissage. Keine Konzertrituale, kein Applaus zwischen den Songs, denn es gab auch keine Pausen dazwischen und keine Zugabe Rufe. Alle waren froh das es vorbei war und auch irgendwie traurig. Es wurde heftig applaudiert und die Musiker dann ohne Proteste von der Bühne gehen lassen. Ungewöhnlich in einer Zeit in dem alles immer weiter verflacht, weil die Musikindustrie oder alle anderen Entscheidungsträger bei Firmen, die Kreative beschäftigen, nur darauf schielen, was in der Vergangenheit erfolgreich war und versuchen das zu kopieren. Nach „Schades of Gray“ meinten alle Buchverlage Softpornos mit ein bisschen Sado Maso  in ihr Programm aufnehmen zu müssen. Geht ein Song in den Hitparaden ab, wird er von extra dafür geschriebenen Programmen seziert und es wird versucht etwas ähnlichen zu produzieren. Darum höre ich niemals Radio, denn bei dem Kommerz- Schrott dreht sich mir sofort der Magen um. Aber auch wenn Gestern nur zehn Prozent der Besucher eines Adele Konzerts anwesend waren, es waren ein paar hundert, die sich dieses Event angesehen haben. Das freut mich und zeigt, dass die Menschen hier doch nicht völlig verblödet sind. Wer etwas Neues schafft wie Sunn o((( kann durchaus dafür belohnt werden und das ist gut so. Was kann der Autor daraus lernen? Nicht der, der einen guten Vampirroman schreibt ist kreativ. Kreativ war der, der den Vampir mit seinen heute jedem Kind bekannten Eigenschaften erfunden hat. Das ist dann alle Male erfolgversprechender als die Kopie einer Kopie. Phantasie ist zwar niemals ein Selbstläufer, viele Menschen fürchten sich abseits der bekannten Pfade, aber zum Glück gibt es auch viele, die sich ihre Neugier erhalten haben und Kreatives zu schätzen wissen. Auch wenn der Abend etwas von einem „one night stand“ hatte. Es war schön und mitreißend, aber wieder nüchtern fragt man sich, ob man es noch einmal tun würde. Aber ich glaube die Antwort darauf ist ja.

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Das Schaf und die Herde

Gepostet von am Aug 27, 2016 in Allgemein, Unser Blog | Keine Kommentare

Das Schaf und die Herde

Integration ist eines der beliebtesten Schlagwörter der Politik. Allerdings ist die Lebenswirklichkeit davon manchmal sehr weit entfernt, wie ich neulich am eigenen Leib erfahren habe.

Statistiken sind immer relativ. So ist ein statistischer „Ausländeranteil“ von 8,2 %, wie in meiner Heimatstadt, ziemlich genau im Bundesdurchschnitt. Das relativiert sich aber schnell, wenn es um Kinderbetreuung und Schule geht. Denn Kinder bekommen nicht die 91,8 % ohne Migrationshintergrund, meist schon aus Altersgründen,  sondern vor allem diese 8,2%. In der Klasse meiner Tochter waren so von 25 Kindern lediglich 6 bei denen beide Elternteile in Deutschland geboren waren. 10 hatten ein Elternteil mit Migrationshintergrund und bei 9 waren es beide Elternteile. Das ist bunt und  was die Kinder untereinander angeht auch kein Problem. Die Klasse hat funktioniert und zusammengehalten wie man es sich nur wünschen kann. Aber bei der Abschlussfeier kamen mir dennoch Zweifel, ob wir nicht ein Problem haben.

Es sollte gegrillt werden, an einem öffentlichen Grillplatz und jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. So weit so gut. Wir packten unsere Getränke ein und fuhren hin. Dort erwartete uns eine leicht surreale Szene. Denn obwohl nur 3 der Kinder in der Klasse einen Moslemischen Hintergrund haben, war einer der Familien in Mannschaftsstärke angereist, beherrschte damit die Szene und kümmerte sich um das Grillen. Selbstreden war das Essen Halil, was kein Problem darstellte weil es auch überaus lecker war. Das bei einer Schulveranstaltung kein Alkohol mehr gereicht wird ist ebenfalls Zeitgeist und damit soweit OK. Aber was dann folgte hat mich doch wirklich befremdet. Die Moslemischen Mitbürger haben uns gebeten, dass sie Frauen getrennt von den Männern sitzen und essen sollten. Ich habe laut gelacht, aber zu meinem Befremden, war ich der einzige. Nicht einmal die deutsche Lehrerin hat etwas dazu gesagt. Stattdessen kam etwa die Hälfte der Anwesenden der Aufforderung nach und die andere Hälfte hat irgendwo auf dem Platz im Stehen gegessen.

Deutsche Leitkultur? Warum hat niemand protestiert? Auch mit Ehepartnern aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Polen, Russland, Brasilien, China, den Philippinen, Spanien und Italien ist es doch kein Problem sich hinzustellen und zu sagen: „Das machen wir nicht! Hier gibt es keine Geschlechtertrennung und keine Diskriminierung.“ Aber keiner hat etwas gesagt. So kam es, das sich diese Familie stark fühlte und anfing, die anderen anwesenden muslemischen Eltern aggressiv zu missionieren. Wieso sie nicht in der Moschee zu sehen seien, kein Kopftuch trugen oder „ganz schlimm“ sogar rauchten. Ich stand daneben und hörte zu wie eine Frau aus Marokko bedrängt wurde: „Ein Schaf abseits der Herde ist verloren, dann kommt der Wolf und holt es.“ Die Frau flüchtete sich zu uns und erzählte, dass sie sogar schon einmal umgezogen war um solchen aggressiven „Glaubensgenossen“ zu entkommen.

Was läuft falsch in unserem Land, das wir nicht mehr in der Lage sind aufzustehen und solchen extremen Gesinnungen entgegentreten zu können? Es kann keine Frage sein, ob diese Menschen ein Recht dazu haben, ihre rückständigen Vorstellungen anderen aufzuzwängen. Wer so etwas zulässt, verrät einhundert Jahre Kampf der Frauen für Gleichberechtigung. Wer glaubt liberal zu sein und mit seiner Liberalität zulässt, dass Andere die Freiheit von Dritten einschränken der begeht einen großen Fehler. Es ist keine Zivilcourage rechte Parolen bei Facebook zu teilen. Zivilcourage ist es, für seine Freiheit einzutreten und solche scheinbar religiösen Forderungen entschieden zurückzuweisen. Alleine schon um unsere moslemischen Mitbürger die ihre Religion für Privatsache halten zu schützen.

Wenn ich Urlaub in einem Moslemischen Land mache bade ich nicht nackt und trinke in der Öffentlichkeit keinen Alkohol, das Selbe erwarte ich von den Menschen, die sich Deutschland als Wohnort ausgesucht haben. In ihren eigenen 4 Wänden können sie tun oder lassen was ihnen gefällt, solange es nicht mit unseren Gesetzten kollidiert, aber in der Öffentlichkeit haben sie definitiv kein Recht dazu ihre Vorstellungen durchzusetzen. Hier ist das Land der Schützenfeste, mit einer langen Tradition von Alkoholkonsum und Frauenrechten. Wir hatten Königinnen, haben eine Kanzlerin und unsere Frauen sind so emanzipiert, das sie das Kinderkriegen kaum noch hin bekommen. Das kann man gut oder schlecht finden, aber das ist Deutschland. Ich lebe hier und würde es mir nicht mehr gefallen, dann wäre ich weg. Vielleicht sollten sich unsere missionierenden Mitbürger daran ein Beispiel nehmen.

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Hurra, der Brexit ist da

Gepostet von am Jun 24, 2016 in Allgemein, Unser Blog | 1 Kommentar

Nein, ich bin kein Euroskeptiker und auch kein „Insel-Affen“ Hasser. Im Gegenteil, ich schätze die EU und mag die Engländer. Trotzdem bin ich froh, dass das Referendum gestern diesen Ausgang genommen hat. Sie fragen sich warum? Die Antwort ist einfach, der Brexit wird ein Experiment von besonderer Qualität an dessen Ende es in jedem Fall überall nur Sieger geben wird, außer vielleicht in England. Ich erkläre gerne warum ich das so sehe.

Szenario eins.

Die Euro Befürworter hatten Recht und England stürzt in eine selbstgemachte Wirtschaftskriese. Das wäre gut für alle anderen Staaten in denen Ewiggestrige und rechte Kräfte gegen ein vereintes Europa hetzten. Denn dann haben die moderaten Kräfte endlich ein nicht zu wiederlegendes Argument für den Verbleib im der Europäischen Gemeinschaft. „Wollt ihr so leiden wie die Engländer?“  dürfte auch dem Dümmsten klarmachen, dass er  von einer starken EU profitieren. Rechte Regierungen wie sie beispielsweise in Ungarn oder Polen derzeit regieren,  würden sich zwei Mal überlegen, ob und was sie in der Gemeinschaft blockieren, wenn durch den Brexit nachgewiesen wäre, wie schädlich ein Austritt aus, oder ein Scheitern der EU wäre. Dann käme die Integration weiter voran und die Irritationen der letzten Zeit würden relativiert. Die Finanzkriese und die Flüchtlingskriese wurden ja, wenn auch mehr schlecht als Recht, gemeistert während in England der Absturz für alle sichtbar würde. Ein schöner Nebeneffekt wäre, das sich die Engländer denn weniger Urlaub leisten könnten und Malle wieder ganz in deutscher Hand wäre, also jede Menge Sieger wenn der Berxit für seine Wähler zum Desaster wird.

Szenario zwei.

Alles wird besser. England blüht auf, ohne ständiges Einzahlen in die Töpfe der EU und deren oft völlig sinnlosen Vorschriften. Endlich keine Watt Begrenzung mehr für Staubsauger, die Gurken können so krumm sein wie sie wollen und durch die Abwertung des Pfund wird Made in UK so billig, das die Fabriken boomen. Jetzt wollen alle raus aus der EU und Englische Verhältnisse haben. Die EU zerbricht und eine der größten Bürokratiemonster der Erde, der Brüsseler Leviatan, stirbt. Das wäre  auch nicht weiter schlimm, denn wenn die Briten uns vorgemacht haben, das kleinere Einheiten flexibler und besser im Weltmarkt operieren können, dann sollten wir auf die EU verzichten. Alle Zweifel an derer demokratischen Legitimation wären endlich abgeschafft und die Fehlkonstruktion Euro wäre wohl ebenfalls Geschichte.  Allerdings wäre dieser „Jugoslawien Effekt“ wohl kaum für alle positiv. Wenn man sich die ganzen Konflikte in den EU Ländern ansieht, Schottland, das Baskenland, die Toskana und mit Sicherheit auch Bayern würden sich, noch mehr als schon jetzt, von ihren jeweiligen Ländern abspalten wollen. Das Ende des Euro würde schlagartig zum Staatsbankrott der Südeuropäischen Länder führen und Deutschland wäre nicht mehr der größte Nutznießer der Gemeinschaft, dessen Exportbilanz die Bilanzen der meisten anderen Teilnehmer ruiniert. Aber vielleicht wäre das aufziehende Chaos reinigend und wir hätten eine Change auf ein gerechteres und demokratischeres Europa als wir es derzeit haben.

So oder so, selbst wenn die Waage nicht richtig kippt und sich die Lage in England nur wenig verändert nach dem Brexit, könnten wir dennoch alle dadurch gewinnen. Denn eines ist jetzt auch dem dümmsten, wirtschaftshörigsten, bürokratischsten EU Mitarbeiter klargeworden. Zu viel Gängelei sorgt für unzufriedene Bürger, die dann vielleicht dafür sorgen, das wieder jemand aus der EU austritt. Vielleicht denkt dieser Bürokrat dann erste einmal an England, bevor er die nächste völlig überflüssige  Verordnung entwirft. Vielleicht über eine Drehzahl- Obergrenze für Vibratoren.

In diesem Sinne ein dreifaches Hurra nach England. In Mutig von Euch, das ihr die Versuchskaninchen spielt, zum Wohle aller noch verbliebenen EU Bürger.

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