Gedanken zum Muttertag

NTV meldet pünktlich zum Muttertag: Warum Muttersein schon mal leichter war. Ein wirklich schöner Artikel, der das Symptom perfekt beschreibt. Aus der Perspektive der heutigen Gesellschaft ist es kaum noch zu vermitteln etwas zu machen was nicht bezahlt wird und in die „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung“ eingeht. Doch das Phänomen lässt sich nicht nur am Beispiel der Mütter beobachten. Allenthalben ist das Problem akut. „Ehrenamtliche Tätigkeiten“ sollen gefördert werden, ein deutliches Zeichen das es überall klemmt und zwickt. Bei den Sport und Gesangsvereinen, bei der freiwilligen Feuerwehr und eben bei der Kinderbetreuung. Der Grund für diesen Trend ist etwas was ich persönlich immer als die „Betriebswirtschaftlich Vergesellschaftung“ bezeichne. Die Kaufmännische Kostenrechnung breitet sich mehr und mehr aus und überzieht die Gesellschaft wie Mehltau. Kein Tag vergeht an dem die Medien nicht wieder etwas „finden“ wobei der Gesellschaft „Millionenschäden“ entstehen. Sei es der Krankenstand, Rückenleiden, Übergewicht oder Rauchen. Aus Betriebswirtschaftlicher Perspektive stimmt das sogar, aber aus Menschlicher? Wenn Kostenrechnung zum Maßstab alles Menschlichen Handelns wird, dann hat die Gesellschaft ein Problem, das sich Unmenschlichkeit die sich ausbreitet wie ein Krebsgeschwür. Beispiel gefällig? Das allseits beliebte Harz 4 bei dem sich jemand, der nicht Produktiv ist, bespitzeln und gängeln lassen muss, egal ob diese Situation selbstverschuldet ist oder nicht. Die Kostenrechner pauschalisieren nur, diese Menschen sind alle faul, was das kostet! Aber gleichzeitig spuckt die Arbeitswelt alle sofort aus, wenn sie nicht zu 100% sich an die betrieblichen Bedingungen anpassen können. Krankheit UND Kinder von alleinerziehenden Müttern und Vätern sind solche Gründe. Inzwischen werden allerdings mehr als ein Viertel aller Kinder von nur einem Elternteil betreut. Aber die Gesellschaft tut so, als seien das Ausnahmen, seltene Fälle von vermutlich asozialen Subjekten, die man noch vor einer Generation zwangssterilisiert hat. Es ist müßig darüber zu streiten ob ewig Gestrige in der Regierung oder die Personalpolitik der Unternehmen dafür verantwortlich sind.  Fakt ist, das sich die Gesellschaft Derartiges eigentlich nicht leisten kann. Denn der Unterschied zwischen betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Betrachtung liegt in diesem Fall auf der Hand. Egal wieviel wir jetzt Sparen, spätestens wenn die ersten Rentner verhungern weil niemand mehr da ist sich um sie zu kümmern, dann stellen wir fest, dass unser frühere Betrachtungsweise wohl falsch war. Eine Gesellschaft die immer weiter schrumpft, obwohl die Wirtschaft immer weiter wächst, hat langfristig ein Problem. Da hilft es nicht an der sozialen Stellung der Mütter Kritik zu üben, sondern da hilft nur ein generelles Umdenken. Menschen sind keine „Humanen  Ressourcen“  Menschen sind Menschen! Daher muss dieses Kostenrechnungsdenken raus aus der Gesellschaft, wenn sie langfristig überleben will.

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