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Bin ich ein schlechter Blogger? Es ist allgemeiner Konsens, dass Blogs die nicht regelmäßig aktualisiert werden Ihre Leser verlieren. Ich bin hingegen der Meinung, dass man seine Leser nicht mit Wiederholungen langweilen sollte. Warum auch? Es ist nichts passiert was ich nicht bereits in früheren Blogs erwähnt oder vorhergesagt habe. Den Wahlausgang in Deutschland und dessen Ursachen habe ich in „Das abgehängte Drittel“ bereits im April vorhergesagt. Außerdem ändert sich durch Wahlen sowieso nichts. Die Grundlegenden Webfehler des Systems werden vom System nie beseitigt, das ist wie Krebs beim Menschen. Auch wenn er ihn umbringt, so ist das Immun System dennoch blind gegen die Krankheit. In unserer Gesellschaft sind die Schwachen diesem Prinzip hilflos ausgeliefert. Solange die Mehrheit von 59% mit Ihrem Kontostand zufrieden ist, solange wird das System nicht ernsthaft in Frage gestellt. Also wird Jamaika kommen und es wird sich auch in der nächsten Wahlperiode nichts ändern. Das Gesundheitssystem wird weiter unmenschlich kommerzialisiert werden, die Reichen reicher und die Armen ärmer werden. Das wird so lange weiter gehen bis die Anzahl der Zufriedenen unter die 50% fällt.

Aber was dann? Derzeit sucht die Welt nach Alternativen. Aber weder Theresa May, noch Donald Trump haben bisher eine gute Figur bei ihren Schein- Auswegen gemacht. Ups, wir haben tatsächlich einmal völkerrechtlich verbindliche Verträge abgeschlossen? Darin steht tatsächlich wir müssen mitmachen oder zahlen (May)? Es gibt tatsächlich eine Verfassung die Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe oder Religion verbietet? (Trump) Vor allem, was wird durch solchen Bullshit besser? Natürlich nichts und das wird ganz klar das Ergebnis sein. Dennoch sind die Anhänger der Populisten meist zufrieden. Endlich ist mal einer an der Macht der das sagt was sie denken. Das ist menschlich. Nichts ist falscher als der Satz „Ich glaube nur was ich sehe!“ denn wir funktionieren in Wirklichkeit genau andersherum. Wir sehen nur was wir glauben und das ist dabei das Problem. Die Nachrichtenblasen bei Facebook funktionieren genauso wie die meisten Menschen. Sie suchen sich aus der Weltweiten Informationsflut die Nachrichten heraus, die Ihr Weltbild bestätigen und lassen den Rest links liegen. Wenn dann ein amerikanischer Präsident darüber schwadroniert, dass er die erfolgreichsten 100 ersten Tage aller Zeiten absolviert hat, gibt es tatsächlich Menschen, die das außer ihm selber glauben.

Das es auch anders geht sieht man zurzeit im Irak. Kampferprobte Kurdische Truppen ziehen sich kampflos zurück als sich Truppen der schwachen Zentralregierung in Bagdad nähern. Wer immer das entschieden hat ist ein gewiefter Taktiker, der damit erfolgreich verhindert hat den Westen, der die Peschmerga massiv gegen den IS unterstützt hat, gegen sich aufzubringen. Fakt ist, das die Völkergemeinschaft nichts mehr fürchtet als die Infragestellung der Nationalstaaten, egal wie willkürlich dessen Grenzen nach irgendeinem Krieg gezogen worden sind. Faktisch haben die Kurden schon lange etwas erreicht, von dem sie seit Jahrhunderten geträumt haben, ein eigenes Staatsgebiet in dem keine Zentralregierung etwas zu melden hat. Diesen Status Quo zu erhalten hat oberste Priorität, auch wenn sie dabei wichtige Ölquellen aufgeben mussten. Zumindest im Irak ist es an der Zeit die Nachkriegsordnung zu errichten und irgendwann wird das auch in Syrien der Fall sein. Da ist es für die Kurden deutlich wichtiger als der vom Westen geschätzte Sieger über den IS am Tisch zu sitzen, als ein paar Ölquellen zu halten. Das wird den Türken zwar nicht gefallen, aber grade in Zeiten in dem der Präsident dort eine de facto Diktatur errichtet, ist die Gelegenheit günstig. So wenig Rückhalt in der freien Welt hatte das Land seit den Osmanen nicht mehr und die Kurden wissen das.

Ob der einzige Dicke in Nord-Korea auch soweit denken kann erscheint da ehr unwahrscheinlich. Wenn sein Land nicht direkt an China grenzen würde, dann wären die Marschflugkörper der Amerikaner schon längst gestartet. Aber es wird trotzdem eng für das Regime. Denn hinter den Kulissen scheinen sich jetzt alle einig zu sein, dass es so nicht weitergehen kann. China stoppt als letztes Land der Welt den Handel mit seinem Nachbarn. Warum kann man sich einfach vorstellen, entweder Marschflugkörper oder sie stoppen die Lieferungen. Chinas Regime hat sich in der Vergangenheit immer sehr pragmatisch verhalten. Das tun sie wieder, denn ihr Nachbar ist längst zum Ärgernis verkommen, Sozialistischer Bruderstaat hin oder her. Ein Krieg in der Region ist schlecht fürs Geschäft und die Vorteile die sich aus der Unterstützung des Regimes ergeben sind längst geringer als die Nachteile. Da bleibt nur zu hoffen das der beleibte Diktator nicht glaubt, es sei besser in einem heldenhaften Krieg zu sterben als sein Land zusammenbrechen zu sehen. Durch das Einlenken Chinas ist die Gefahr eines Angriffs auf Nord-Korea erst einmal geringer geworden, aber die Gefahr die von dort ausgeht deutlich gestiegen.

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