{"id":188,"date":"2022-02-01T16:15:26","date_gmt":"2022-02-01T16:15:26","guid":{"rendered":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/?page_id=188"},"modified":"2022-02-02T11:06:36","modified_gmt":"2022-02-02T11:06:36","slug":"das-aleister-crowley-projekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/das-aleister-crowley-projekt\/","title":{"rendered":"Das Buch der L\u00fcgen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Alles begann im September 1984 an der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste. Ich hatte als Urlaubslekt\u00fcre alle drei B\u00e4nde von Robert Shea und Robert Anton Wilsons &#8222;Illuminatus!&#8220; dabei und am\u00fcsierte mich k\u00f6stlich. Diese Reise durch die damals \u00fcblichen Verschw\u00f6rungstheorien war ebenso rasant, wie faszinierend und lustig. Als Z\u00f6gling einer Generation von Sinnsuchenden war das Buch Futter f\u00fcr die Phantasie und wurde, neben den damals unvermeidlichen B\u00fcchern von Carlos Castaneda, f\u00fcr eine Weile meine Lieblingslekt\u00fcre. Schon beim ersten Lesen fiel mir Robert Anton Wilsons Begeisterung f\u00fcr einen englischen Magier namens Aleister Crowley auf. Etwas das Konsequenzen haben sollte, was mir damals allerdings noch nicht bewusst war. Im Herbst 1985 hatte ich dann alles von R.A.Wilson gelesen was er zu diesem Thema verfasst hatte (unter anderem \u201eDie Masken der Illuminaten, Cosmic Trigger) und es wurde mir klar, dass ich etwas von Crowley selbst lesen wollte. Doch in der Post- Internet Zeit war das gar nicht einfach. In der Universit\u00e4tsbibliothek waren zwar offiziell einige Werke vorhanden, aber \u00fcber Monate nicht ausleihbar, aus den seltsamsten Gr\u00fcnden. In der Buchhandlung meines Vertrauens erheischte ich nur seltsame Blicke aber kein Buch. Das ging so, bis ich auf einer Party durch Zufall eine ehemalige Klassenkameradin traf, die eine Lehre zur Buchh\u00e4ndlerin absolvierte. Ich schilderte ihr mein Problem und sie versprach mal nachzusehen, ob da nicht doch etwas m\u00f6glich w\u00e4re. Zwei Wochen sp\u00e4ter klingelte mein Telefon und meine Bekannte erz\u00e4hlte mir voller Stolz, wie sie es geschafft hatte ein Exemplar des \u201eBuchs der L\u00fcgen\u201c zu ergattern. Im Gro\u00dfhandel war es gelistet, allerdings war die Charge wegen eines Vorfalls im Umfeld des Verlags gesperrt worden und nur gute Kontakte meiner Bekannten hatten es fertiggebracht, ein Exemplar zu bekommen. Ich war erstaunt und gerne bereit die damals stolze Summe von 19,90 DM f\u00fcr das Buch zu bezahlen. In der darauffolgenden Woche <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/biss-ins-nagelbett-a-862aef2d-0002-0001-0000-000013513591\">meldete der Spiegel warum die Charge gesperrt worden war<\/a>. Damit wurde mir klar, dass es sich hier um kein gew\u00f6hnliches Buch handelte, sondern um ein Werk, dass seit seiner Ver\u00f6ffentlichung im Jahr 1912 zu Mythen und Legenden Anlass gab. Nur warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort darauf dauerte eine ganze Weile. Denn das Buch der L\u00fcgen zu besitzen und das Buch zu verstehen war ein himmelweiter Unterschied. Es dauerte fast 2 Jahre bis ich das erste Kapitel vollst\u00e4ndig begriffen hatte. Bei einem Buch das nahezu vollst\u00e4ndig aus Koan \u00e4hnlichen Aussagen (Ein Koan wird in Teilen des Zen Buddhismus auf dem Weg zur Erleuchtung benutzt, es sind kleine, im ersten Moment unl\u00f6sbare R\u00e4tzel \u00fcber die Meditiert werden soll) nicht einmal eine lange Zeit. Von da an wurde es einfacher. Nach und nach l\u00fcftete sich der Schleier \u00fcber einem Kapitel nach dem Anderen. Sieben Jahre sp\u00e4ter hatte ich das Buch soweit entschl\u00fcsselt, das mir bei nahezu allen Kapiteln klar geworden war, wovon es handelte. Leider f\u00fchrte dieser Erfolg erst einmal dazu, dass ich mich selbst dramatisch \u00fcbersch\u00e4tzte und einige nicht ganz optimale Entscheidungen in meinem Leben traf. Zehn Jahre sp\u00e4ter war diese Entwickelung endlich abgeschlossen, wen sie interessiert, ich habe sie 2010 in meinem Buch \u201e<a href=\"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/unsere-buecher\/\">Liams Weg in das Licht<\/a>\u201c aufgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich nat\u00fcrlich in meinem Buch nicht umhinkam \u201edas Buch der L\u00fcgen\u201c zu zitieren nahm ich es nach langer Zeit einmal wieder in die Hand. Dabei stellte ich etwas Erstaunliches fest. Die \u00dcbersetzung aus dem Jahre 1985 war stellenweise fehlerhaft. Ich wollte \u201edie Messe des Ph\u00f6nix\u201c zitieren und stie\u00df dabei aus Zufall auf den englischen Originaltext. Nur, die Aussagen waren nicht identisch. Kopfsch\u00fcttelnd versuchte ich es mit anderen Stellen im Buch. Es bildete sich ein Muster heraus. Besonders bei den Ritualen war die \u00dcbersetzung so gew\u00e4hlt worden, dass sie im Deutschen gut klangen, allerdings zulasten des Wortsinns. Durfte man das? Oder hatte es deshalb sieben Jahre gedauert das Buch der L\u00fcgen zu verstehen, weil die \u00dcbersetzung Probleme machte? In den n\u00e4chsten zwei Jahren dachte ich dar\u00fcber nach. In dieser Zeit tauchte das Buch der L\u00fcgen nahezu st\u00e4ndig auf. Ich las \u201eDer Weg des Magiers\u201c von Paulo Coelho und stellte fest, dass sogar der erfolgreichste Autor unserer Zeit von Crowley beeinflusst worden war. Ganz abgesehen von weiten Teilen der Rockmusik und vielen anderen Aspekten unseres Lebens. War es nicht richtig, oder sogar meine Pflicht die deutsche Ausgabe seines Meisterwerks zu verbessern?<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder griff  das Schicksal ein. In der Finanzkriese 2013 hatte ich auf einmal viel Freizeit in meinem damaligen Broterwerb. Ich nutzte diese Kurzarbeit um 100 Jahre nach der Erstver\u00f6ffentlichung eine neue deutsche \u00dcbersetzung zu fertigen. Doch ich stellte schon bald fest, dass eine reine \u00dcbersetzung nicht ausreichend war. Die Allgemeinbildung eines Engl\u00e4nders der Oberschicht um 1913 unterschied sich zu sehr von der Allgemeinbildung eines Deutschen um 2013. Ich erg\u00e4nzte deshalb meine \u00dcbersetzung durch sorgf\u00e4ltig recherchierte Begriffserkl\u00e4rungen. Das erschien mir Richtig, denn meine Anmerkungen waren weit entfernt von einer Interpretation. Eine Interpretation verbot sich von selbst, das L\u00f6sen der \u201eKoans\u201c ist das eigentliche Ziel des Buches, nicht das intellektuelle Verstehen einzelner Kapitel. Stolz pr\u00e4sentierte ich das Ergebnis meinem Verleger, doch der war erst einmal alles andere als begeistert. Zuerst kl\u00e4rte er mich auf, dass der Autor 70 Jahre tot sein muss, bis ein Werk in Deutschland gemeinfrei wird. Da Aleister Cowley erst im Dezember 1949 gestorben war, war es noch eine Zeitlang hin, bis wir das Buch ohne Lizenzschwierigkeiten ver\u00f6ffentlichen konnten. Dann hatte ich eine sehr unerquickliche Unterredung mit der Technik. Crowleys Ansatz auch den Buchsatzt mit in sein unm\u00f6gliches Buch einzubringen sei als E-Book nicht machbar. Als n\u00e4chstes fand sich niemand der sich in der Lage sah das Lektorat zu \u00fcbernehmen. Crowleys Schachtels\u00e4tze und Interpunktierung war zu weit entfernt von dem was als \u201eRechtschreibung\u201c durchging.<\/p>\n\n\n\n<p>Frustriert legte ich das Projekt erst einmal auf Eis. Allerdings arbeitete ich in den folgenden vier Jahren bis zur Gemeinfreiheit immer wieder daran. Unz\u00e4hlige Rechtschreibkorrekturen, Satzbau\u00e4nderungen und Detailfragen wurden immer wieder von mir beearbeitet. 2019 schlie\u00dflich traf ich die Entscheidung auf den urspr\u00fcnglichen Buchsatzt zu verzichten. Jetzt war der Weg frei meine \u00dcbersetzung doch wie geplant als E-Book zu ver\u00f6ffentlichen. Doch ich hatte die Rechnung ohne Corona gemacht. Deshalb dauerte es noch einmal zwei Jahre bis die finale Version vorlag. Heute am <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Das-Buch-L%C3%BCgen-%C3%9Cbersetzt-Begriffserkl%C3%A4rungen-ebook\/dp\/B09RMJ7F7G\/ref=sr_1_6?qid=1643731524&amp;refinements=p_27%3AMehdi+Martens&amp;s=digital-text&amp;sr=1-6&amp;text=Mehdi+Martens\">31.01.2022 ist das Buch der L\u00fcgen als E-Book bei Amazon erschienen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Moral des Kapitels ist, das es nie gut ist Leuten etwas beibringen zu wollen, die das n\u00f6tig haben.\u201c (Das Buch der L\u00fcgen Kapitel 88 \u2013 Nichtsnutze)<\/p>\n\n\n\n<p>Mehdi Martens<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles begann im September 1984 an der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste. 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