{"id":102,"date":"2014-04-05T13:07:00","date_gmt":"2014-04-05T13:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/?p=102"},"modified":"2024-10-31T12:16:19","modified_gmt":"2024-10-31T12:16:19","slug":"die-lebensluege-der-babyboom-generation-oder-die-ursachen-der-unzufriedenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/politik\/die-lebensluege-der-babyboom-generation-oder-die-ursachen-der-unzufriedenheit\/","title":{"rendered":"Die Lebensl\u00fcge der Babyboom Generation oder die Ursachen der Unzufriedenheit"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.aphorismen.de\/zitat\/61324\">Mancher versteht sich selbst nicht und verlangt von anderen verstanden zu werden.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.aphorismen.de\/autoren\/person\/8425\/Wilhelm+Vogel\">Wilhelm Vogel<\/a> (19.\/20. Jh.), deutscher Aphoristiker.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden 50, oder sind es schon, oder wurden es vor kurzem. Das haben wir alle beim RB Verlag gemeinsam. Die Babyboomer oder die Generation die dadurch herausragte, dass sie nirgendwo herausragte. Die 68er regieren das Land, die jungen werden Veganer und in meiner Generation platzten die Lebensmodelle eines nach dem anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der bereits oben Zitierte Wilhelm Vogel hat auch einmal geschrieben, \u201eT\u00e4uschung wird erst dann plump und beleidigend, wenn sie der Betrogene merkt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wahr! Auf einem Klassentreffen kann man das sch\u00f6n beobachten. Denn viele der Leiden der heutigen Gesellschaft haben ihre Ursachen in den Weichen die damals in den 70er und 80er Jahren gestellt wurden. Was ist damals passiert? Was war anders als heute? Es gab keine Gutpflicht, J\u00e4germeister am Automaten, die Pille, Punk Rock und Disco zur gleichen Zeit und modische Ausw\u00fcchse vor denen es einen heute noch gruselt. Aber die eigentliche Revolution fand in den K\u00f6pfen statt. Die engen Grenzen der 50er und 60er Jahre Gesellschaft waren von den 68ern beiseite ger\u00e4umt worden. Wir verbrachten unsere Kindheit in einem Limbus zwischen abgeschafften engen Grenzen und allgemeiner Freiheit. Man kann wirklich nicht sagen, dass wir \u00fcberbeh\u00fctet worden sind. J\u00e4germeister am Automaten machte ihn f\u00fcr jedes Taschengeld erreichbar. AIDS war noch nicht erfunden und es gab Raucherabteile in Z\u00fcgen. Das Ergebnis war eine Generation, die Party und Spa\u00df in den Mittelpunkt Ihres Lebens stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Politisch zu sein&nbsp; war fast unn\u00f6tig, denn Helmut Schmidt regierte und wir hatten das Gef\u00fchl das die Verwaltung unbestechlich und gerecht war, auch wenn wir gegen die Startbahn West, Atomkraft und Pershing Raketen waren. Aber wir gingen w\u00e4hlen und verhielten uns auch sonst staatstragend und bekamen trotzdem das Pr\u00e4dikat \u201eno future Generation\u201c. Nahezu alle meine Freunde bekamen einen Ausbildungsplatz, trotz der Gr\u00f6\u00dfe unserer Generation und dann wurde gearbeitet, was sonst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch lief etwas schief, das die Gesellschaft bis heute schwer belastet. Denn in unserer Generation verschob sich das Verh\u00e4ltnis zwischen M\u00e4nnern und Frauen. Das klassische Rollenbild war dahin, denn wir wollten nie so werden wie unsere Eltern. Das hatte Folgen. Die M\u00e4dchen lernten nicht mehr wie man kocht, die Jungen hatten nur noch unklare Vorstellungen davon was Verantwortung f\u00fcr eine Familie bedeutet. Theoretisch gingen ja jetzt beide Partner arbeiten, also wo war welche Rolle und wer machte in Zukunft was? Beim Kochen hatte das zu Folge, dass nahezu alle meine Freunde besser kochen konnten als ihre Freundinnen, dennoch waren wir weit von den K\u00fcnsten unserer M\u00fctter entfernt. Das ist mir schon fr\u00fch aufgefallen und die Mikrowellen Kultur die daraus resultierte war nur eines der Probleme das folgte.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute sind die Frauen meiner Generation aus dem Alter heraus in dem sie noch Kinder bekommen k\u00f6nnen und langsam wird das Ausma\u00df der Folgen klar. Nicht einmal jeder zweite denen, die ich von damals kenne, hat den Schritt zu einer Familie geschafft. Auf den ersten Blick ist das kein Problem, aber n\u00e4her betrachtet durchaus. Die Partykultur hat zu \u00fcberm\u00e4\u00dfig vielen Verlusten gef\u00fchrt, die Anzahl der Alkoholiker und Drogenopfer ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hoch. Aber auch die Anzahl derer die heute einsam sind. N\u00e4her betrachtet ist es nicht erstrebenswert bei Mikrowellenfutter in seiner Eigentumswohnung zu sitzen und seine Freizeit entweder im Fitness Studio und derTrauer \u00fcber sein verlorenes gutes Aussehen, oder mit Fernsehen und Langeweile zu verbringen. Die ersehnte Freiheit von damals hat sich f\u00fcr die meisten als Mogelpackung erwiesen. Karrieremenschen sterben an Herzinfarkten, Narzissten bringen sich um. Daf\u00fcr freut sich die Industrie \u00fcber abh\u00e4ngige Kunden f\u00fcr Fertiggerichte und treue Kunden von Duftw\u00e4sserchen und Modeschnickschnack.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben damals vers\u00e4umt unsere Situation zu analysieren und eigene Strategien zu entwickeln. Die sexuelle Befreiung ist dank AIDS stecken geblieben und entwickelt sich rapide zur\u00fcck. Die Einbindung der Frauen in den Arbeitsalltag hat dazu gef\u00fchrt, dass kaum noch jemand in der Lage ist seine Familie mit nur einem Einkommen zu ern\u00e4hren. Die Idee modisch \u201eanders\u201c zu sein hat zu Konsumzw\u00e4ngen gef\u00fchrt, es ist teuer immer in seinen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bleibt ist eine sprachlose Generation, die Ihre Kinder \u00fcberbeh\u00fctet, sofern sie welche bekommen haben. Die angepasst aussieht und es eigentlich nie war. Deren Frauen gerne Sex haben w\u00fcrden aber langsam Ihre Attraktivit\u00e4t einb\u00fc\u00dfen und deren M\u00e4nner nicht sicher sind wo sie ihre Rolle finden, die sie irgendwo zwischen Ern\u00e4hrer und Besch\u00fctzer und gleichberechtigten Partner der kocht und putzt vermuten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die einzigen Gewinner sind die Herrschenden. Denn seit unserer Generation glauben wir alle, dass wir unendlich verschieden sind. Atomisierte Gesellschaften die sich in Popper und Punks, Atomkraftgegner und Technikfans, Hinz und Kuntz auseinanderdividieren haben lassen. Teile und herrsche ist damit keine Aufgabe mehr sondern ein Leichtes. Anders ist das derzeitige Niveau der Regierenden wohl auch nicht zu erkl\u00e4ren, eine funktionst\u00fcchtige, dynamische Gesellschaft h\u00e4tte diesem Murks schon lange den Stecker gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was bleibt ist die Frage, was man besser machen k\u00f6nnte. Doch da m\u00fcssten wir bei uns selbst anfangen. Wie Wilhelm Vogel gesagt hat, erst sollte man sich selber verstehen, bevor man von anderen verlangen kann verstanden zu werden. Erst wenn uns die Basics des Lebens wieder bewusst sind, wir uns klar gemacht haben, das Geburt, Leben, Zeugung und Tod der Lauf der Dinge ist, dann besteht eine M\u00f6glichkeit uns selbst zu finden und das Wesentliche wieder richtig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wen das interessiert dem m\u00f6chte ich mein Buch \u201eLiams Weg in das Licht\u201c empfehlen, das von dieser Bewusstwerdung handelt. Denn es gibt durchaus Wege aus dieser Zwickm\u00fchle hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mancher versteht sich selbst nicht und verlangt von anderen verstanden zu werden. Wilhelm Vogel (19.\/20. Jh.), deutscher Aphoristiker. Wir werden 50, oder sind es schon, &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,8],"tags":[],"class_list":["post-102","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":295,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102\/revisions\/295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}