{"id":105,"date":"2019-05-18T13:12:00","date_gmt":"2019-05-18T13:12:00","guid":{"rendered":"http:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/?p=105"},"modified":"2021-11-17T13:12:47","modified_gmt":"2021-11-17T13:12:47","slug":"die-mietpreisbremse-oder-opium-fuers-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/geld-abschaffen\/die-mietpreisbremse-oder-opium-fuers-volk\/","title":{"rendered":"Die Mietpreisbremse oder Opium f\u00fcrs Volk"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der langen Liste von falschen Logikketten, die ich in diesem Blog so gerne entwirre, hat Zugang bekommen. Die Wohnraumkriese!<br>Selten habe ich eine Diskussion so lange intensiv verfolgt, ohne dass auch nur in einem Artikel einmal die Wahrheit zumindest angedeutet worden w\u00e4re. Es gibt hunderte Artikel die das Thematisieren Aber es fehlt immer ein entscheidender Punkt und dass aus gutem Grund.<br>Doch sehen wir uns erst einmal den Zeitstrahl an, das Thema kommt 2014 erstmals richtig auf, auch wenn zum Beispiel der Frankfurter OB Kandidat Feldmann bereits 2012 in seinem Wahlkampf die Mietsituation thematisiert hatte. Aber erst seit 2014 kocht das Thema hoch. Ein erschreckend kurzer Zeitraum, grade mal 5 Jahre. Was ist also passiert, dass in so wenigen Jahren, den bis dahin ehr d\u00fcmpelnden Mietmarkt in ein v\u00f6llig \u00fcberhitztes, hoch emotionales Thema verwandelt hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist die Bev\u00f6lkerung so strak gewachsen? Brauchen wir alle pl\u00f6tzlich viel mehr Platz zum Wohnen?&nbsp; Sind es die b\u00f6sen Kapitalistischen Vermieter, die sich gegen die Mieter verschworen haben? Oder ist der allgemeine Privatisierungswahn der vergangenen Jahre schuld?<\/p>\n\n\n\n<p>Leider alles Falsch, es gibt nur eine einzige Sache die sich seitdem stark ver\u00e4ndert hat, die Zinspolitik! Nach der Finanzkriese 2013 haben die Zentralbanken Weltweit, allen voran die EZB, die Zinsen bis in den Minusbereich gesenkt. Nat\u00fcrlich nicht ohne Grund, nur so waren die \u00fcberschuldeten Staaten und Banken in der Lage weiterhin handlungsf\u00e4hig zu bleiben. Indem die Zinslast gesenkt wurde waren wahnwitzige Schuldenberge auf einmal bedeutungslos, dass sie ja so gut wie nichts mehr kosteten. Die hochgelobte \u201eschwarze Null\u201c der BRD ist eine Folge davon. Staaten liehen sich also kein Geld mehr gegen Zinsen die h\u00f6her lagen als die offizielle Inflation, Banken verzinsten Ihre Spareinlagen ebenfalls nicht mehr, kurz, wer sein Geld bisher so angelegt hatte stand vor dem Problem, das er die Weltweite \u00dcberschuldung mit seinem Kapital bezahlen sollte, indem auf diesem Umweg vorhandenes Kapital entwertet wurde, w\u00e4hrend Schulden haben belohnt wird. Nat\u00fcrlich haben die Besitzer von Verm\u00f6gen nach Auswegen gesucht und gefunden. Es gab nur noch zwei M\u00f6glichkeiten Geld anzulegen und diese wurden f\u00fcr zig Milliarden zum Fluchtpunkt: Aktien und Immobilien. Ein Blick auf diese M\u00e4rkte wird sofort jeden von der Richtigkeit dieser Theorie \u00fcberzeugen, der Aktienmarkt ist seit mehr als 5 Jahren im H\u00f6henflug, die Kurse kennen nur eine Richtung, nach oben. Alleine dieses Jahr hat der DAX bisher 16% zugelegt, wer sein Geld dort angelegt hat wird gl\u00fccklich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Was das mit der Mietsituation zu tun hat? Auf dem Wohnungsmarkt ist genau das gleiche passiert, die Preise f\u00fcr Bestandsimmobilen haben sich in den attraktiven Regionen in nur 5 Jahren nahezu verdoppelt. Dort treffen sich endliche Best\u00e4nde mit viel freiem Kapital, eine ungesunde Mischung. Denn der Anleger will ja nichts anderes, als den bisher gewohnten Profit auch weiterhin erzielen. Hatte Festgeld mal einen Ertrag von 5%, was nach Abzug der J\u00e4hrlichen Preissteigerung um die 3% Gewinn bedeutete, so w\u00fcnschte der Kapitalbesitzer selbiges auch von seiner neuen Anlage. Das ist recht und billig, immerhin tr\u00e4gt der Investor, egal wo, auch das Risiko, wenn etwas schief geht. Firmen k\u00f6nnen pleitegehen, L\u00e4nder auch, niemand verleiht Geld ohne etwas Profit aus dieser Transaktion zu haben. Doch genau hier wird es f\u00fcr den Wohnungsmarkt fatal. Wohnungen brauchen Instandhaltung, daher sind 5% Rohgewinn in diesem Sektor eigentlich zu wenig. Profis rechnen daher mit einer Zielmarge von 7%, 2% Inflation, 2% R\u00fccklagen f\u00fcr kommende Sanierung und 3% Gewinn. Da sich aber die Kaufpreise durch die Zinssituation verdoppelt haben, bedeutet das f\u00fcr Mieter, das sie ebenfalls mit nahezu verdoppelten Mieten rechnen m\u00fcssen, wenn man das Langfristig sieht. Da sich die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter aber im selben Zeitraum nicht verdoppelt haben ist ein Wohnungswechsel f\u00fcr viele nicht mehr erschwinglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich ein einfacher Zusammenhang, der in keinem Artikel \u00fcber die derzeitige Wohnproblematik fehlen d\u00fcrfte. Aber dem ist nicht so. Da bleibt die Frage nach dem Warum! Ich habe daf\u00fcr eigentlich nur eine Erkl\u00e4rung, ber\u00fccksichtigt man diese Argumentation, sind die offiziellen Zahlen zur Teuerungsrate Makulatur. Die eigentliche Inflation liegt viel h\u00f6her, als das, was uns die zust\u00e4ndigen Stellen melden. Das macht ja auch Sinn, denn \u00fcberschuldete Staaten haben immer Hyperinflation, Schulden die nicht zu bezahlen sind, werden auf diesem Weg wertlos und damit getilgt. Die Zeche zahlt dabei immer der B\u00fcrger mit seinen R\u00fccklagen. Doch diese Wahrheit will man uns B\u00fcrgen m\u00f6glichst vorenthalten, damit wir brav zu Hause bleiben, w\u00e4hrend unsere R\u00fccklagen dazu dienen Sch\u00e4den zu reparieren die wir nicht verursacht haben. Stichwort Bankenkriese.<\/p>\n\n\n\n<p>Also liebe Politik, wollt ihr die Wohnungsnot beenden, dann beendet die Nullzinspolitik. Dann reguliert sich der Markt wieder selber. Die Preise f\u00fcr Bestandsimmobilien werden dann sofort um ca. 40% einbrechen, die Nachfrage wird sich normalisieren und die Mieten sinken.<br>Mietpreisbremse, Staatliche Wohnungsbauprogramme und Grundbesitzer Bashing m\u00f6gen Politiker gut dastehen lassen, sind aber nichts weiter als Opium f\u00fcrs Volk. Wenn die Ursachen nicht beseitigt werden wird sich die Situation nicht entspannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich ist diese Aussage auch ein wenig simplifizierend. Denn steigen die Zinsen wird es f\u00fcr so manches Land eng. Die Volkswirte der EZB wissen wohl, was die Nullzinspolitik anrichtet, aber solange der Leidensdruck in den wohlhabenden L\u00e4ndern nicht zu hoch ist, wird das in Kauf genommen um den Zusammenbruch schwacher Volkswirtschaften in Europa zu verhindern. Ein Blick nach Argentinien gen\u00fcgt um zu zeigen, was aus einem ehemals wohlhabenden Land werden kann, wenn es ein paar Staatspleiten hintereinander gegeben hat. Die Bev\u00f6lkerung verarmt, die Infrastruktur verf\u00e4llt. Leider zeigt sich dadurch mal wieder einmal deutlich, dass unser System fehlerhaft ist. Daran Herumdoktern wird auf Dauer nicht genug sein. Was wir brauchen ist endlich eine neue Theorie f\u00fcr eine auf Dauer funktionierende Weltwirtschaft. Nur ist diese leider nicht in Sicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der langen Liste von falschen Logikketten, die ich in diesem Blog so gerne entwirre, hat Zugang bekommen. 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