{"id":97,"date":"2016-08-27T12:56:00","date_gmt":"2016-08-27T12:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/?p=97"},"modified":"2021-11-17T12:57:12","modified_gmt":"2021-11-17T12:57:12","slug":"das-schaf-und-die-herde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/epub-verlag.de\/wordpress\/politik\/das-schaf-und-die-herde\/","title":{"rendered":"Das Schaf und die Herde"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Integration ist eines der beliebtesten Schlagw\u00f6rter der Politik. Allerdings ist die Lebenswirklichkeit davon manchmal sehr weit entfernt, wie ich neulich am eigenen Leib erfahren habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Statistiken sind immer relativ. So ist ein statistischer \u201eAusl\u00e4nderanteil\u201c von 8,2 %, wie in meiner Heimatstadt, ziemlich genau im Bundesdurchschnitt. Das relativiert sich aber schnell, wenn es um Kinderbetreuung und Schule geht. Denn Kinder bekommen nicht die 91,8 % ohne Migrationshintergrund, meist schon aus Altersgr\u00fcnden,&nbsp; sondern vor allem diese 8,2%. In der Klasse meiner Tochter waren so von 25 Kindern lediglich 6 bei denen beide Elternteile in Deutschland geboren waren. 10 hatten ein Elternteil mit Migrationshintergrund und bei 9 waren es beide Elternteile. Das ist bunt und&nbsp; was die Kinder untereinander angeht auch kein Problem. Die Klasse hat funktioniert und zusammengehalten wie man es sich nur w\u00fcnschen kann. Aber bei der Abschlussfeier kamen mir dennoch Zweifel, ob wir nicht ein Problem haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sollte gegrillt werden, an einem \u00f6ffentlichen Grillplatz und jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. So weit so gut. Wir packten unsere Getr\u00e4nke ein und fuhren hin. Dort erwartete uns eine leicht surreale Szene. Denn obwohl nur 3 der Kinder in der Klasse einen Moslemischen Hintergrund haben, war einer der Familien in Mannschaftsst\u00e4rke angereist, beherrschte damit die Szene und k\u00fcmmerte sich um das Grillen. Selbstreden war das Essen Halil, was kein Problem darstellte weil es auch \u00fcberaus lecker war. Das bei einer Schulveranstaltung kein Alkohol mehr gereicht wird ist ebenfalls Zeitgeist und damit soweit OK. Aber was dann folgte hat mich doch wirklich befremdet. Die Moslemischen Mitb\u00fcrger haben uns gebeten, dass sie Frauen getrennt von den M\u00e4nnern sitzen und essen sollten. Ich habe laut gelacht, aber zu meinem Befremden, war ich der einzige. Nicht einmal die deutsche Lehrerin hat etwas dazu gesagt. Stattdessen kam etwa die H\u00e4lfte der Anwesenden der Aufforderung nach und die andere H\u00e4lfte hat irgendwo auf dem Platz im Stehen gegessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Leitkultur? Warum hat niemand protestiert? Auch mit Ehepartnern aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Polen, Russland, Brasilien, China, den Philippinen, Spanien und Italien ist es doch kein Problem sich hinzustellen und zu sagen: \u201eDas machen wir nicht! Hier gibt es keine Geschlechtertrennung und keine Diskriminierung.\u201c Aber keiner hat etwas gesagt. So kam es, das sich diese Familie stark f\u00fchlte und anfing, die anderen anwesenden muslemischen Eltern aggressiv zu missionieren. Wieso sie nicht in der Moschee zu sehen seien, kein Kopftuch trugen oder \u201eganz schlimm\u201c sogar rauchten. Ich stand daneben und h\u00f6rte zu wie eine Frau aus Marokko bedr\u00e4ngt wurde: \u201eEin Schaf abseits der Herde ist verloren, dann kommt der Wolf und holt es.\u201c Die Frau fl\u00fcchtete sich zu uns und erz\u00e4hlte, dass sie sogar schon einmal umgezogen war um solchen aggressiven \u201eGlaubensgenossen\u201c zu entkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was l\u00e4uft falsch in unserem Land, das wir nicht mehr in der Lage sind aufzustehen und solchen extremen Gesinnungen entgegentreten zu k\u00f6nnen? Es kann keine Frage sein, ob diese Menschen ein Recht dazu haben, ihre r\u00fcckst\u00e4ndigen Vorstellungen anderen aufzuzw\u00e4ngen. Wer so etwas zul\u00e4sst, verr\u00e4t einhundert Jahre Kampf der Frauen f\u00fcr Gleichberechtigung. Wer glaubt liberal zu sein und mit seiner Liberalit\u00e4t zul\u00e4sst, dass Andere die Freiheit von Dritten einschr\u00e4nken der begeht einen gro\u00dfen Fehler. Es ist keine Zivilcourage rechte Parolen bei Facebook zu teilen. Zivilcourage ist es, f\u00fcr seine Freiheit einzutreten und solche scheinbar religi\u00f6sen Forderungen entschieden zur\u00fcckzuweisen. Alleine schon um unsere moslemischen Mitb\u00fcrger die ihre Religion f\u00fcr Privatsache halten zu sch\u00fctzen. Wenn ich Urlaub in einem Moslemischen Land mache bade ich nicht nackt und trinke in der \u00d6ffentlichkeit keinen Alkohol, das Selbe erwarte ich von den Menschen, die sich Deutschland als Wohnort ausgesucht haben. In ihren eigenen 4 W\u00e4nden k\u00f6nnen sie tun oder lassen was ihnen gef\u00e4llt, solange es nicht mit unseren Gesetzten kollidiert, aber in der \u00d6ffentlichkeit haben sie definitiv kein Recht dazu ihre Vorstellungen durchzusetzen. Hier ist das Land der Sch\u00fctzenfeste, mit einer langen Tradition von Alkoholkonsum und Frauenrechten. Wir hatten K\u00f6niginnen, haben eine Kanzlerin und unsere Frauen sind so emanzipiert, das sie das Kinderkriegen kaum noch hin bekommen. Das kann man gut oder schlecht finden, aber das ist Deutschland. Ich lebe hier und w\u00fcrde es mir nicht mehr gefallen, dann w\u00e4re ich weg. Vielleicht sollten sich unsere missionarischen Mitb\u00fcrger daran ein Beispiel nehmen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Integration ist eines der beliebtesten Schlagw\u00f6rter der Politik. 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